Teil eines Werkes 
1. Bd. (1850)
Entstehung
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fen Furchen des Kummers auf ſeiner Wange,

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unwillkürlich Ehrfurcht und Achtung für ihn einflößten. Konrads Herz ſchmolz in die ſanf⸗ ten Gefühle des Mitleids und der Freund⸗ ſchaft.Deute ich recht, was dort in jenem Stahl und hier auf Eurer bleichen Wange eingegraben ſteht, redete er den Gaſt an, in⸗ dem er ihm traulich die Hand ſchüttelte,ſo laßt mich in Euch einen Unglücksgefährten umarmen; denn auch mich traf des Unglücks ſchwere Hand, die Euch vielleicht zu Boden drückte, auch dieſe Locken hat der Gram früh⸗ zeitig und mehr als das Alter gebleicht. Wohl habt Ihr richtig auf dieſer Stirne geleſen, erwiderte der Gaſt,erkennt in mir einen Unglücklichen, den ein ſchreckliches Miß⸗ Feſchick, den ſataniſche Bosheit höchſt elend . Jedoch ſo langſam auch die Rache ht, ſo fehlt ſie nie und ereilt den Frevler

gewiß.

Nichts bindet die Herzen ſchneller und feſter zuſammen, als gemeinſchaftliches Un⸗

glück; das fühlte jetzt auch Graf Konrad, in⸗

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