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Dein Herz bis jetzt noch frei und wirklich unangefochten von den Reizungen der Liebe blieb, wenn es noch ſchwankt in der Wahl, wenn Du alsdann einen gut gemeinten vä⸗ terlichen Rath achten und mich ganz glücklich machen wollteſt, ſo richte Deine Aufmerkſam⸗ keit auf den erſten Freund Deines Vaters, auf den edlen Grafen Urach den Wilden, der alle Vorzüge und Tugenden des Mannes und Ritters in ſich vereinigt, der wie eine Ceder auf Libanon über das niedrige Gebüſche im Thale, durch Tugend, Edelſinn und Tapfer⸗ keit über unſere ganze Ritterjugend empor⸗ ragt, dem hohe Achtung, Ruhm und Bewun⸗ derung von Alt und Jung im vollſten Maaße gebühren. Jedoch nicht die ihm ſchuldige Ach⸗ tung und Liebe allein, ſondern noch weit mehr zwingt mir den Wunſch ab, ihn durch Dich glücklich zu ſehen. Du weißt es ſelbſt, wie ſchwer ich mich. durch den ſchrecklichſten Ver⸗ dacht, womit ich ihn verfolgte, an den Edeln verſündigt habe; und dennoch konnte dieſes ſeine Freundſchaft für mich nicht mindern.


