Teil eines Werkes 
1. Bd. (1850)
Entstehung
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verkündete, daß ſein geliebtes Weib an dem Arme der Tochter ihm zum frohen Willkom⸗ men entgegeneilen würde. Die Burg ſtand öde und wie verwaiſt, und als er jetzt mit

zärtlicher Ungeduld den Felſenpfad hinauf⸗

eilte, um Weib und Kind angenehm zu über⸗

raſchen, da trat die geliebte Adelheid im

Trauerkleide ihm entgegen, und ihre bleiche

Wange, ihr thränendes Auge ſchlug ſeine

Freude mächtig darnieder.

Der Frevel ſataniſcher Bosheit hatte ſein Werk vollendet, und ſchon ſeit mehxeren Mon⸗ den ſchlummerte die treue Hausfrau an der Seite ihrer geliebten Söhne in der Felſen⸗ gruft. Verwaiſt und mutterlos fand Konrad die holde Tochter wieder, und mit neuer Größe kehrte ſein wüthender Schmerz in ſein Herz zurück, um ihm eine Zukunft voll Grauen und unverſiegbaren Kummer zu öffnen.

Die Tröſtungen der Religion und die Liebe ſeiner guten Tochter milderten zwar endlich ſeinen tiefen Schmerz, aber gänzlich zerſtreuen konnten ſie ihn nicht; er war in ſtille Weh⸗