10
muth übergegangen; dieſe miſchte ſich in jede
ſeiner Beſchäftigungen, und trübte ihm jeden
Tropfen aus dem Becher der Freude.
Sein Schmerz war dem guten Konrad werth geworden, er fand ſogar ſein Vergnü⸗ gen darin, ſeinen Gram zu nähren, und nur die kindliche Liebe und Anhänglichkeit ſeiner theu⸗ ren Tochter, ihr eifriges Beſtreben ihm Freude zu machen, war jetzt ſein einziger Troſt.
Traurig ſaß er jetzt, von der Abendröthe mildem Glanze umfloſſen, an Adelheids Seite, und lauſchte auf die ſanft hinſchmelzenden Töne ihrer Melodieen. Liebevoll ſchloß er ſie in ſeine Vaterarme, als die holde Sängerin ihr ſüßes Lied vollendet hatte.„Nicht lange mehr,“ redete er ſie an,„wird, theueres Kind, Dein ſüßes Spiel ſanfte Tröſtung meinem
trauernden Herzen zuflüſtern. Ich ahne die
nahe Vollendung, und mein Geiſt ſeufzt voll heißer Sehnſucht, daß dieſe Ahnung bald zur Wirklichkeit reifen möchte. Wie gern werde ich mein Haupt zu dem ewigen Schlum⸗ mer neigen, der meinen Leiden Vergeſſenheit


