Teil eines Werkes 
1. Bd. (1850)
Entstehung
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dieſer Aufruf zur Freude vergebens. Sein Herz nährte tiefen Gram und jahrelangen Schmerz; Monden und Jahre flohen vorüber, Sommer und Winter wechſelten ihren ewigen Kreislauf, und die alternde Zeit ſenkte ſo manche Sorge und Klage in Vergeſſenheit, doch Konrad's Schmerz blieb immer neu, und unaufhörlich blutete die Wunde, welche Bos⸗ heit und Argliſt ſeinem Herzen einſt ſchlugen. Traurig ſaß er jetzt an der Seite ſeiner

geliebten Adelheid, des einzigen ihm übrig

gebliebenen köſtlichen Schatzes von drei Pfän⸗ dern der Liebe. Vergebens ſuchte die holde Tochter durch Saitenſpiel und Geſang den Gram des geliebten Vaters zu verſcheuchen und die Falten des tiefen Kummers auf ſei⸗ ner Stirne zu ebenen. Düſter ſtarrte ſein thränenſchweres Auge hinaus in die Gegend, und ſeine bangen Seufzer ſchmolzen in die Accorde der lieblichen Sängerin.

Tief traf ihn einſt des feindlichen Miß⸗ geſchickes ſchwere Hand. Sein ganzes Glück

und ſein Stolz waren zwei Söhne, die er mit