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umflorte die Nacht des Todes; ein neuer heftiger Sturm thuͤrmte die Wellen uͤber ihm zuſammen und er ſank in die Tiefe hinab.
Agneſe ſah ihren Geliebten in die Tiefe hinabſinken, und von allen Schrecken des Todes gewaltſam ergriffen, ihrer ſelbſt nicht mehr be⸗ wußt, ſtuͤrzte ſie ſich ihm nach in die ſchaͤumen⸗ den Wellen. Voll heißer unendlicher Liebe eilte ihr Geiſt dem Geliebten in die Gefilde einer
beſſern Welt nach, und am folgenden Tage fand man die Leichname der beiden Liebenden an dem gegenſeitigen Ufer des Sees.
Der Graf Vernhard uͤberlebte ſeinen Sohn nur wenige Stunden, ergriffen von den Schrek⸗ 1 ken der Trauerpoſt von dem Schickſale ſeines Lieblings ſtuͤrzte er leblos zu Boden, und ſeine Getreuen trugen wehklagend den entſeelten Leich⸗ nam von dem Schlachtfelde hinweg nach der Burg. Ruprecht knirſchte wild vor Wuth, daß eine hoͤhere Macht, die uͤber Herrmann entſchie⸗ den hatte, ihm zuvorgekommen war, ſeinen Durſt nach Rache an ihm zu kuͤhlen. Leicht verſchmerzte er jedoch den Verluſt ſeiner Toch⸗ 3 8 ter uͤber den Triumph, ſeinen Feind und deſſen ganzes Gluͤck vernichtet zu ſehen, und laut ju⸗ belte er auf, als er den Tod des ihm ſo ver⸗ haßten Bernhards erfuhr. Doch auch uͤber ihm waltete ein hoͤheres Fatum, das ihm nicht lange


