Teil eines Werkes 
4. Theil (1805)
Entstehung
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87.

Schimmer von Hoffnung fuͤr ihn verloͤſcht, nir⸗ gends erblickte er noch einen Ausweg zur Ret⸗ tung fuͤr ſich, und ſchaudernd ſtarrte ſein Augs in den Abgrund hinab, der ſich zu ſeinen Fuͤßen oͤffnete um ihn zu verſchlingen.

In hoͤrbaren Schlaͤgen tobte ſein Herz' ge⸗ gen ſeine Bruſt, die es zu zerſprengen drohte, jeder ſeiner Zuͤge war graͤßlich entſtellt und der deutlichſte Ausdruck ſeiner Verzweiflung. Die ganze Welt ſchien ihm veroͤdet und zur Wuͤſte entſtaltet zu ſeyn. Schaudernd ſtarrte er hin⸗ aus in die furchtbare Leere, die ihn umgab, und betaͤubt von dem heftigen Sturme in ſeinem

Innern ſtuͤrzte er hinab in das Thal, um ſeinen

Gefuͤhlen im Freien Luft zu machen. Unſtaͤt und fluͤchtig trieb ihn der Sturm in ſeinem In⸗ nern im Walde umher, bis die Daͤmmerung des

Abends die Thaͤler und Berge umfſlorte.

Unfern von Ruprechts Burg warf er ſich an dem heimiſchen Plaͤtzchen, das ihn ſo oft in Agne⸗ ſens Armen aufgenommen hatte, auf den ſchwel⸗ lenden Raſen, und die Erinnerung der entflohenen ſeligen Stunden ſeiner Liebe loͤſte allmaͤhlig ſeinen wilden verzweiflungsvollen Schmerz in lindernde Thraͤnen auf. Er jammerte laut, und mit bered⸗ 8 tem Ausdruck hob ſich ſein thraͤnenſchweres Auge zu dem Himmel um Huͤlfe und Troſt empor, als ihh ein nahes Geraͤuſch in dem Gebuͤſche aufſchrecktz.

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