Teil eines Werkes 
4. Theil (1805)
Entstehung
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Wertwrold. Wer ich bin, das muß Dir ein Geheimniß bleiben, und was ich bin, das ha⸗ ben Dir meine bangen Seufzer und mein Kum⸗ mer ſchon verrathen: Dein Geliebter. Liebe belebt und zermalmt mein Inneres, und nur Dein Beſitz, Du Geliebte, kann den Fluch des Schickſals von mir nehmen und mich begluͤcken.

Erilda. Wertwrold! wodurch ſoll ich Dich uͤberzeugen, daß mein Herz Dein iſt, und daß ich ohne Dich grenzenlos ungluͤcklich ſeyn werde?

1 Mit allem Ausdruck der innigſten Zaͤrtlich⸗ keit ſank ſie an ſeinen Buſen.

Erildens Zimmer gieng in den Burggarten, Jelaͤnger jelieber und Geißblatt rankten ſich um ihr Fenſter und ein Roſenſtock ſchmiegte ſich mit ſeinen lieblichen Blumen an daſſelbe an. Haſtig brach Wertwrold einen Zweig ab, an welchem eine Roſe in voller Bluͤthe und eine werdende Knospe hieng, und reichte ihn Erilden.

Sieh dieſe Blumen, ſprach er zu ihr⸗ die Schoͤnheit der einen verwelkt, indeß die andere ſich dem Aufbluͤhen naͤhert. Hier erblik⸗ ken wir ein uͤppiges Bluͤhen auf der Wange der

Jugend, welch ein Wohlgeruch iſt der Duft ihres Athems, wie lieblich iſt der Thautropfen, der in ihrem Kelche glaͤnzt! Wuͤrde es nicht grauſam ſeyn, dieſe Knospe zu brechen, ehe ſie noch die Mutterliebe der belabenden Sonne ge⸗ 3 Whäßhn IV.