1
15
Du den ſchrecklichen Zuſtand kennteſt, worin Erilda ſich befindet, um ſie zu retten!“ Da fiel ihr Blick auf den bezauberten Ring, und maͤchtig, wie der erqnickende Sonnenſtrahl des Fruͤhlings nach bangen Winternaͤchten, drang die Erinnerung von Wertwrold's letzten Worten und der Kraft dieſes Ringes durch das Dunkel, das ihre Seele umhuͤllte. Ergriffen von froher Hoffnung der verheißenen Zauberkraft dieſes Talismanns druͤckte ſie den Ring an ihre Lip⸗ pen, ihr warmer Athem ſtreifte uͤber den fun⸗ kelnden Rubin dahin, und im Augenblicke oͤffnete ſich die Thuͤre, und mit laͤchelndem
Blick ſtand der Ritter des blutrothen Federbu⸗
ſches vor ihr.
„Du haſt mich gerufen,— redete er ſie
an,— ich habe Deinen Ruf vernommen, und komme jetzt, auf Deinen Ruf, aus dem Schooße
der unermeßlichen Tiefe, um der Gebieterin
meines Herzens zu dienen.
Erſchrocken ſtarrte Erilda den Ritter an, ohne ſich das Wunderbare ſeiner ploͤtzlichen Er⸗ ſcheinung erklaͤren zu koͤnnen. Wertwrold ſahe ihre Bewegung und liebkoſend umſchlang ſie ſein Arm um ſie zu beruhigen; er ſetzte ſich traulich an ihre Seite, und Erilda ſchmiegte
ſich voll Zutrauen und inniger Liebe an ihn an. „Ach Wertwrold!— rief ſie aus,— ein ſchreckliches Schickſal ſteht mir bevor, das mich
———;;;—P————-——— .. 8


