Teil eines Werkes 
4. Theil (1805)
Entstehung
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Erilda war in heftiger Bewegung, ein Thraͤnenſtrom, der aus ihren Augen brach, er⸗ ſtickte ihre Stimme, gewaltſam riß ſie ſich aus ſeinen Armen los und eilte davon. Nur erſt bei der Abendtafel trafen ſich Beide wieder, doch Erilda entfernte ſich bald wieder unter dem Vorwande einer Unpaͤßlichkeit, um in ihrem Schlafgemach ihren Seufzern freien Lauf zu laſſen.

Ritter Rhyswick hatte den Erben von Wal⸗ lis zu dem Gemahle ſeiner Tochter erkohren, und Erilda wußte zu genau, daß es vergebene Muͤhe ſeyn wuͤrde die Wahl ihres Vaters zu beſtreiten und ſich derſelben zu widerſetzen; denn Rhyswick liebte ſeine Tochter und ihr Gluͤck, aber eben ſo ſehr liebte er auch den Ruhm ſei⸗ nes Hauſes und Vergroͤßerung ſeines Anſehens, und mit Entzuͤcken verweilte ſein Auge auf der Zukunft wo er Erilden mit ihrem Gemahl auf den Thronen von Gwynedd und Powys zu er⸗ blicken hoffte. Alle Anſtalten zu. dieſer Verbin⸗ dung waren bereits getroffen, und mit eben ſo vieler Freude als Rhyswick dieſem Zeitpunkt entgegen ſahe, eben ſo ſehr ſhauderte Erilda davor zuruͤck.

Einſam ſaß Erilda tief in der Nacht, i Kampfe mit ihrem Herzen, auf ihrem Prand

als leiſe die Thuͤre ſich oͤffnete und Wertwrold 1

zu ihr ſchuͤchtern herein trat.Verzeiht mir