Teil eines Werkes 
4. Theil (1805)
Entstehung
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Verſunken in Schwermuth, womit ſie dieſe Gedanken erfuͤllten, wandelte Erilda des Nach⸗ mittags in dem vaͤterlichen Garten umher, als ſie zu einem ſchattigen Raſenhuͤgel kam, wo Wertwrold ſich gelagert hatte und in Schlum⸗ mer geſunken war. Sie naͤherte ſich ihm, beugte ſich mit thraͤnenvollem Auge uͤber ihn hin, und in das Anſchauen des Schlummernden verloren, lauſchte ſie auf jeden Athemzug, der ſich aus ſeinem gepreßten Buſen heraufdraͤngte, als ſie bemerkte, daß der Schlummernde von einem ſchweren Traume beunruhigt wuͤrde.Erilda! lallte Wertwrold im Schlafe, Erilda, Du fliehſt? bleib! verlaß den Ungluͤcklichen nicht, der ſeine ganze Hoffnung auf Dich gruͤndet. Du allein kannſt mein beaͤngſtetes Herz entla⸗ ſten und den Fluch meines feindſeligen Schick⸗ ſals von mir nehmen.

Ergriffen von dem Drange ihrer Gefuͤhle beugte ſich Erilda zu ihm herab und ſank an ſeiner Seite hin. Der Ritter erwachte und ſeine Arme umſchlangen das zitternde Maͤdchen, das ſich denſelben vergebens wieder zu entwindeu ſuchte.Erilda! ſeufzte Wertwrold mit bit⸗ tendem Ton mein Schickſal liegt jetzt in Del⸗ nen Haͤnden, Du allein biſt das Maͤdchen, das mein grauſames Geſchick von mir abwenden kann. Willſt Du mich dem endloſen Elende Preis geben? 2 wiulf Du mich ungeruͤhrt verzweifeln laſſen?