—
„Nicht doch,— fluͤſterte Erilda,— Ihr werdet nicht immer ungluͤcklich ſeyn, gewiß bluͤ⸗ hen Euch noch tauſend ſuͤße Freuden, die aus dem Schooße der Zukunft Euch entſproſſen Legt Euere Leiden in meinem Buſen nieder⸗ mein Herz iſt willig und bereit dazu, ſie mit Euch zu theilen; denn warlich ich fuͤhle das tiefſte Mitleid fuͤr Euch.“
„Erilda bemitleidet mich!— rief Wert⸗ wrold mit Feuer aus,— o ſeyd mir willkom⸗ men, ihr Leiden! denn von nun an fuͤhrt ihr ein ſuſſes Vergnuͤgen in dem Gedanken mit euch, daß die, welche mein Herz ſo innig liebt, nicht gefuͤhllos fuͤr meinen Kummer iſt.“
„Scheukt mir Euer Vertrauen, guter Wert⸗ wrold,— ſprach Erilda,— enthuͤllt mir das Geheimniß Eures Kummers.“ ⁴
Wertwrold. Duͤrfte ich die Feſſeln loͤ⸗ ſen, die meine Zunge binden, ſo wuͤrde dieſes Wonne in meinen Gram gießen; doch ich muß ſchweigen. Ihr erblickt in mir einen heimatlo⸗ ſen Wanderer, den ein ſchreckliches Schickſal voerfolgt, und der dazu verdammt iſt, unſtaͤt und fluͤchtig eine Zeitlang umher zu irren ohne Ruhe und Troſt zu finden. Mehr darf ich Euch uicht enthuͤllen. 4
Erilda. Eine Zeitlang, ſpracht Ihr, muͤßt Ihr herumirren? wenn wird der Augenblick er⸗ ſcheinen, der Euern Leiden ein Ziel ſetzt?


