Teil eines Werkes 
4. Theil (1805)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Sturm von Gefühlen, der in ihrem jungfraͤuli⸗

chen Buſen tobte, deutlich, daß der Augenblick erſchienen ſey, wo dieſe Leidenſchaft ihre Gewalt uͤber ihr Herz geltend mache. Der Riter des rothen Federbuſches hatte ſich ihres Herzens be⸗ maͤchtigt, und heftig war die Leidenſchaft, die fuͤr ihn in ihrem Innern loderte und deren Feuer ſie zu verzehren drohte, da Erilda nicht die ſuͤße Hoffnung naͤhren konnte, daß Wertwrold das heiße Sehnen ihres Herzens nach Gegenliebe jemals befriedigen wuͤrde.

Wertwrold verließ das Schloß ſeines gaſt⸗ freundlichen Wirths, um die erquickende Mor⸗ genluft zu genießen, und unwillkuͤhrlich leiteten ihn ſeine Schritte an den Ort, wo Erilda in ſwermuͤthigen Betrachtungen den Traum ihrer Liebe traͤumte. Wie ſehr erſtaunte Erilda, als ſie ihn erblickte, wie feurig ſlog ihm ihr Herz entgegen; das ſanfte Erroͤthen ihrer Wange ward zum Verraͤther ihres Innern.

Holde, liebenswuͤrdige Erilda, redete ſie der Ritter an, verzeiht, wenn ich Euch

in euerm Nachdenken ſtoͤrte. Heiß und maͤchtig

iſt der Drang, der mich nach Euch uzbt. ich