Teil eines Werkes 
3. Theil (1805)
Entstehung
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Nebel der Nacht ſenkten ſich herab, und ergrif⸗ fen von Schrecken und Angſt, ſahe Erilda, daß ſie ſich in dem wilden Geſtrippe des Waldes verirrt hatte, und gaͤnzlich von dem gebahnten Pfade abgekommen war. Aengſtlich ſtieß ſie in das Jagdyorn, aber das Echo brachte nichts als den leeren Widerhall ihrer Toͤne zuruͤck.

Zweifelhaft, welchen Weg ſie durch das Gebuͤſch nehmen muͤſſe um den rechten Pfad

wieder zu finden, uͤberließ ſie ſich endlich der

Willkühr ihres Roſſes, das fluͤchtig mit ihr da⸗ von flog, allein je wsiter ſie vordrang, um ſo dichter und verworrener ward auch der Wald

und das wilde Geſtrippe, das den Lauf ihres Roſſes aufhielt. Schon verzweifeite Erilda, von

den aͤngſtlichſten Schreckniſſen durchbebt, an je⸗ der Huͤlfe, als ſie ſeitwaͤrts den Hufſchlag eines Roſſes vernahm. Von neuer Hoffnung beſeelt bahnte ſie ſich einen Pfad durch das Gebuͤſche,

und als ſie endlich hindurchgedrungen war, er⸗

blickte ſie in dem daͤmmernden Schimmer des

Mondes einen Ritter, der auf einen nußbrau⸗

nen Roſſe langſam an dem Ufer des Elwy da⸗ her kam.

Erildens Roß prellte heftig zuruͤck, nur mit

Muͤhe konnte ſie es zuruͤckhalten, es ſchnaubte

. heftig. baͤumte ſich wild empor, und unfaͤhig nger in dem Sattel zu erhalten, war Erilda

eben in Gefahr herabzuſtuͤrzen, als der Ritter

auf, ihr aͤngſtliches Geſchrei herbeieilte, dem Roſſe

ſich l

in den Zuͤgel griff und Erilden der nahen Ge⸗

fahr entriß. Wer beſchreibt jedoch das heftige

Erſtaunen Erildens, als ſie ihr Auge empor hob,

unnd ſie in ihrem Retter den unbekannten Ritter

mit dem blutrothen Federbuſche erkannte, Sein Viſir war aufgeſchlagen: tiefe Schwermuth uͤber.

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