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zog ein Unbekanntes baͤnglich ſuͤſſes Gefuͤhl ſie immer wieder zuruͤck.„Herr Ritter!— redete
ſie endlich den Unbekannten an, der Abend naht, ich darf nicht laͤnger hier verweilen. Rhuddlan's gaſtfreie Mauern ſind bereit Euch zu empfan⸗ gen, und kein Ritter zieht an dieſer Burg vor⸗ uͤber, ohne an der Gaſtfreundſchaft Rhyswick's des Kuͤhnen Theil zu nehmen.“ „Holde Jungfrau,— erwiderte der Unbe⸗ kannte,= die Freundſchafr des tapfern und edeln Rhyswick's iſt mir bekannt, allein mein Geſchick ruft mich von hinnen, und ich darf nicht dieſe reigebigkeit und Milde, die Alle bewundern, Heniegen⸗ Gehabt Euch wohl, ſchoͤne Jungfrau! bald hoffe ich Euch wieder zu ſehen.“ Indem er dieſes ſprach, druͤckte er einen brennenden Kuß auf Erildens Hand, worauf er ſich auf ſein Roß ſchwang, und mit Windeseile uͤber die verdun⸗ kelte Ebene dahin flog. Erilda blickte ihm nach, und als er ſchon
laͤngſt ihren Blicken entſchwunden war, da war
ihr Auge noch immer nach der Gegend hingerich⸗ tet, nach welcher ihn ſein ſluͤchtiges Roß hintrug. Sein Anblick hatte ganz eigene und raͤthſelhafte Empfindungen in ihr rege gemacht. In dem ſchwarzen Auge des Unbekannten war eine Wild, heit, die Alles um ſich her zu vernichten drohte. und waͤhrend ſein Blick bezauberte, erregte er zugleich Fucht und Unruhe, Seine Geſtalt war
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