Teil eines Werkes 
3. Theil (1805)
Entstehung
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4.

dem Orte, wo Erilda ſaß. Seine Annaͤherung unterbrach ihren Geſang, und Erilda wollte nach der Burg zuruͤckkehren, allein der Anblick des Unbekannten hielt ſie zuruͤck, es war in ſeinem Aeuſſern ein Etwas, das ihr Ehrfurcht einfloͤßte und ihre Aufmerkſamkeit auf ihn feſſelte. Der Ritter ſtieg von ſeinem Roſſe herab, und bat Erilden nach einer ehrfurchtsvollen Verbeugung. mit ſo vieler Beſcheldenheit und Anmuth, in 2 ihrem Geſange fortzufahren, daß ſie ihm un⸗ moͤglich dieſe Bitte verſagen konnte.

Der Ritter nahm an ihrer Seite Platz, und Erilda wiederholte ihren Geſang und das Spiel der Harfe. Der unbekannte ſeufzte tief empor,

unrd ein Gemiſch von verworrenen Gefuͤhlen ſchien ſeine Bruſt gewaltſam zuſammen zu engen, in⸗ dem ſein Auge mit innigem, ſchmachtendem Blick an ihr hieng. Erildens Blicke begegneten den ſeinigen, erroͤthend ſchlug ſie ihr Auge zur Erde,

und gewiſſe ihr bis jetzt ganz unbekannte Ge⸗ fuͤhle⸗ mit Furcht und Bangigkeit gemiſcht, durch⸗ vebten ihr Inneres. Die Schatten des Abends zogen ſich dichter zuſammen, und die feuchten Nebel umflorten 6 den Glanz der Sterne. Erildens Herz klopfte mit ungewoͤhnlicher Heftigkeit, Furcht und Grau⸗ ſen erfuͤllten ihr Inneres in der Gegenwart des unbekannten, ſie wollte ſliehen und gleichwohl Magazin III. 8