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Ihre Schoͤnheit zog eine Menge Verehrer nach ihr hin, die um ihre Gunſt buhlten und um ihre Hand ſich bewarben, allein, ſo empfaͤng⸗ lich auch Erildens Herz fuͤr die Reizungen der Liebe war, ſo wenig hatte ſie bis jetzt noch ihrer Macht gehuldigt, und keinem von allen ihren Verehrern war es gelungen, die Flamme einer zaͤrtlichen Zuneigung in ihrem Herzen fuͤr ſich
aanzufachen. Munter und freundlich gegen Jeder⸗ mann, behielt ſie immerfort den angenehmen leichten Sinn, den ein liebendes Herz ſelten hat. Der Verluſt ihrer Mutter ſtoͤrte jetzt ihre Heiter⸗ keit, von tiefer Wehmuth erfuͤllt zog ſie ſich von dem Geraͤuſche der Welt zuruͤck, indem ſie ſich blos auf die Geſellſchaft ihres Vaters einſchraͤnke
te, der ſich voll tiefem Gram in ſeiner Burg verſchloß. Hoch auf dem Gipfel des Felſens, der den dahin rauſchenden Clwyd uͤberblickte, ragte die Burg von Rhuddlan empor, und oft ertoͤn⸗ ten in den Aushoͤlungen des Felſens, die ſanften Klagetoͤne von Erildens melodiſcher Stimme, die ſie mit der Harfe begleitete.
Eines Abends, als ſchon die verbleichenden Roſenſtreifen des Horizonts das Thal in Däm⸗ merung huͤllten, und Erilda, nach ihrer Gewohn, heit, an dem Abhange des Felſens die bebenden Saiten der Harfe mit ihrer Stimme begleitete,
naäͤher te ſich ein Ritter in ſchwarzer Ruͤſtung und
einem blutrothem Federbuſche auf dem Helme


