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blickte, und den Chorſang der Moͤnche aus der Ferne vernahm.
Weinend traten ihm ſeine Diener auf der Burg entgegen, und ihre tiefe Traurigkeit er⸗ hob ſeine bange Ahnung noch mehr zur Gewiß⸗ heit. Von Schrecken des Todes angeweht eilte er nach dem Zimmer ſeiner geliebttn Egberta, er fand ſie kalt und entſeelt, und uͤberwaͤltigt von dieſem uͤberraſchenden Anblicke ſank er be⸗ betaͤubt ſeinen Dienern in die Arme, die ihn in ſeiner dumpfen Fahlloſigkeit in ſein Gemach trugen. An dem ſolgenden Tage ward der Leichnam der tugendhaften Egberta in der Burgkapelle beigeſetzt. Thraͤnen und Wehkla⸗ gen folgten der Dahingeſchiedenen zur Gruft, und die ſchoͤne Erilda ſchmuͤckte den verblichenen Leichnam der geliebten Mutter mit Blumen, die ihre Thraͤnen benetzten. Ein feierliches Re⸗ quiem der Moͤnche beſchloß die Trauerceremonie, und mit zeriſſenem Herzen kehrte Erilda zu ihrem treſtioſen Vater zuruͤck, der jetzt in ihr ſein ganzes noch uͤbriges Guͤck umfaßte.
Rhyswick der Kuͤhne war der Freund ſeines Fuͤrſten und der Stolz ſeines Vaterlandes. Unter Waffen erzogen hatte er von dem erſten eaenſe licke an, wo er die Lanze ſchwingen konn⸗
„in allen Kriegen, die ſein Haterland bedro⸗ 8 8 Keeehe erachten, u der Sieg hatte ſeine Waf⸗ gleitet. Jetzt, wo das Alter ſein Haar


