76 —
wie der Athem in der Luft, war ſie verſchwun. den. Schrecklicher als zuvor hallte das Getoͤſe und ein grauſendes Geheul durch die verfallenen Mauern. Das Blut erſtarrte in meinen Adern, ich ſuchte mich jedoch zu ermannen, und floh mit bebenden Schritten von dannen. Ich habe meine Bruſt den Schwertern der Sachſen dar⸗ geboten und nie gezittert; ich habe die Gefahren des Krieges fuͤr mein Vaterland beſtanden, und nie erblickte man Furcht oder Zaghaftigkeit auf meinem Geſichte, aber den zornigen Geiſtern des Clwyd wage ich nicht mich wieder zu naͤhern Eremit. Siehſt du jenen Felſen, der dro⸗ 3 hend uͤber dem Fluſſe haͤngt?— in dem Schoße dieſes Felſens habe ich meine Wohnung aufge⸗ ſchlagen. Klein und gering iſt meine einſame Klauſe, aber Gaſtfreundſchaft und friedliche Ruhe herrſchen darin, und ſchon oft fand der muͤde Pilger in ihrem Schooße Ruhe und Erquickung. Verweile dieſe Nacht bei mir, was ich habe, ſoll dir werden.* Pilger. Mit Freuden folge ich dir. Hun⸗ ger und die Schrecken jener Burg haben meine Kraͤfte erſchoͤpft, und meine ermatteten Glieder * verſagen mir den Dienſt. Der ehrwuͤrdige Alte fuͤhrte den Pilger in ſeine Klauſe, und bei einem maͤßigen Mahle er. aͤhlte der Eremit ſeinem Gaſte die Sage von dem Ritter mit dem blutrothen Federbuſche


