Teil eines Werkes 
3. Theil (1805)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

auch zu Adelfred's Ohren gedrungen, allein ſo

feurig er auch wuͤnſchte, daß die noch immer

von ihm ſo innig geliebte Helena wirklich noch am Leben ſeyn moͤge, ſo ſehr mußte er dennoch die Wahrheit jenes Geruͤchtes bezweifeln, indem er dem Owain unmoͤglich einen ſo hohen Grad von Bosheit und Verſtellung zutrauen konnte. Hierauf gruͤndete jetzt Iſerit ſeinen Plan, und⸗

eines Tages erhielt Adelfred folgenden Brief⸗

von unbekannter Hand:

Adelfred, ſetzet nicht zu vieles Vertrauen nin den ſcheinheiligen Owain; ſeine Tugend niſt eitel Gleisnerei und Verſtellung, wo⸗ durch er Euch taͤuſchte. Das Geruͤcht, daß Helena noch lebe, luͤgt nicht, und es nkommt blos auf Euch an, Euch von der

Wahrheit deſſelben zu uͤberzeugen. Helena niſt nicht todt, ſie lebt in einem der un⸗ terirrdiſchen Gewoͤlbe der Burg, wohin ſie Owain verbannte, ein elendes bejam⸗ mernswuͤrdiges Leben. Seyd verſchwie⸗ gen, und wenn die Mitternachtſtunde toͤnt, dann ſteigt hinab in die Gewöͤlbe,

wo Ihr einen Freund finden werdet, der Euch in die Arme der Geliebten fuͤhren wird.

Adelfred wußte kaum, ob er ſeinen Au⸗

gen trauen duͤrfe; uͤberraſcht, erſtaunt und von

verworrenen Gefuͤhlen ergriffen ſtand er da und