Teil eines Werkes 
3. Theil (1805)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

64

ſtarrte den Brief an, bis er denn endlich von ſeinem Erſtaunen ſich erholte und den Entſchluß faßte das Raͤthſel zu enthuͤllen, in die Gewoͤlbe hinabzuſteigen, und ſich auf jeden Fall von der Richtigkeit oder Falſchheit der erhaltenen Nach⸗ richt zu uͤberzeugen. Mit dieſem Vorſatze er⸗ wartete er, von verworrenen Gefuͤhlen erfuͤllt, die kommende Nacht.

Die Stunden des Tages eilten voruͤber, die Nacht erſchien, und rings umher herrſchte ein tiefes Stillſchweigen in der Burg und im Thale, aber deſto lauter ſprachen die verworrenen Stim⸗ men in Ali's Buſen, welche Iſerit den Tag uber durch ſeine argliſtigen Zuredungen in ihm aufgeregt hatte. Voll aͤngſtlicher Unruhe und voll qualvollen Ideen, durchwachte Ali die Nacht, als Iſerit zu ihm trat und in Geſpraͤchen, welche Bezug auf die folgende Scene hatten und dieſe vorbereiten mußten, den Unglaͤubigen mit ſich fort durch die Hallen der Burg und nach den un⸗ terirrdiſchen Gewoͤlben zog.

Durch einen langen und engen Gang ge⸗

langten Beide zu einer ſteilen ſteinernen Treppe, welche in die Tiefe hinab zu den Gewoͤlben

fuͤhrte. Die Thuͤre des unterirrdiſchen Gewoͤl⸗

bes ſtand geoͤffnet, und in einiger Entfergung

erblickte man Adelfreden mit einer Fackel, der ſehr unruhig zu ſeyn ſchien und mit raſchen