Teil eines Werkes 
2. Theil (1821)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

949

Sohnes und Dianorens Herzen zu unterdruͤcken, und habe mir keine Schuld beizumeſſen, wenn meine Bemuͤhungen an dem feſten Willen meines Gemahles ſcheiterten.

Alter. Gleichwohl tragen Sie einen Theil dieſer Schuld; denn Sie ließen ſich durch die ſtillen Leiden und Bitten des geliebten Sohnes bewegen, dem Willen Ihres Gemahls mit gehei⸗ mer Zuſtimmung ſich zu fuͤgen und Ihre fortge⸗ ſetzten Bemuͤhungen einzuſtellen.

Graͤfin. Warum erklaͤrte ſich denn Lorenzo nicht deutlicher gegen mich, da es ihm ſo leicht moͤglich geweſen waͤre durch eine beſtimmte An⸗ gabe ſeiner Gruͤnde meine Bemuͤhungen zu unter⸗ ſtuͤtzen?.

Alter. Um Sie zu ſchonen, verſchwieg er dieſe Gruͤnde, uͤber deren beſondere Wichtigkeit Sie unicht zweifelhaft ſeyn konnten. Nur ſpaͤter⸗ hin ſollten Sie nach und nach zu einer Entdeckung hingeleitet werden, die ploͤtzlich und noch zu we⸗ nig vorbereitet, Sie zu gewaltſam wuͤrde erſchuͤt⸗ tert haben.

Graäͤfin. Gleichwohl muß ich auf Aufklaͤ⸗ rung dringen. Die Folgen, ſollten es auch die ſchlimmſten ſeyn, fuͤrchte ich weniger, als dieſe peinigende Ungewißheit. 5

Alter. Sie ſoll Ihnen werden, denn Sie ſelbſt haben Lorenzo an einem laͤngern ſchonenden Stillſchweigen verhindert. Er ſpricht daher ge⸗ genwaͤrtig noch einmal durch meinen Mund zu Ihnen. Dianora kann und darf nie die Gattin Ihres Sohnes werden, ſo wie dieſer durchaus