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Die Kapelle der heiligen Thekla lag, kaum eine Stunde von der Reſidenz entſernt, auf einem ziemlich hohen Huͤgel, von welchem ſich die herrlichſte Ausſicht in einem weiten Umkreiſe er⸗ oͤffnete. Bluͤhende Auen und Triften bildeten einen ſchoͤnen Kontraſt mit den ehrwuͤrdigen alter⸗ grauen Mauern der Kapelle und ihren naͤhern der Verweſung gewidmeten Gegenſtaͤnden. Meh⸗ rere Doͤrfer mit ſchoͤnen uͤppigen Feldern lagen in der Naͤhe und wurden in ſanften Kruͤmmungen von einem ruhig dahin ſtroͤmenden Fluſſe durch⸗ ſchnitten, der mit leiſem Wellengefluͤſter ſich durch das Thal wand. Am genſeitigen Ufer breitete ſich ein kleines Gehoͤlze uͤber die Ebene aus, das
von lieblichen Harmonien der Saͤnger des Haines ertoͤnte, und ſeitwaͤrts erhoben ſich die Mauern und Thuͤrme eines nahen Bernhardinerkloſters.
Vor langer Zeit war die heilige Thekla, nach welcher die Kapelle den Namen fuͤhrte, Aebtiſſin in jenem Kloſter geweſen, und der Ruf ihrer beſondern Froͤmmigkeit, Wohlthaͤtigkeit und ihres heiligen Lebens, hatte ſich bis auf die ſpaͤte Nach⸗ kommenſchaft erhalten. In den letzten Jahren ihres frommen Wirkens hatte ſie dieſe Kapelle erbaut. Hier ruhete ihr Leichnam, und die Wun⸗ der, welche die Heilige nach ihrem Tode an den hierher im andaͤchtigen Glauben gewallfahrenden


