Der Morgen weckte die Graͤfin nach einem unruhigen Schlummer aus aͤngſtlichen Traͤumen, als bald darauf der Graf bei ihr eintrat, um ſie zur Meſſe in der Karmeliterkirche einzuladen. Mit Ungeduld hatte dieſer die Stunde erwartet, um den raͤthſelhaften Alten aufzufinden und ſich Auf⸗ ſchluß uͤber das zu verſchaffen, was ihm ſeine Gemahlin von ihm erzaͤhlt hatte. Jetzt nach dem Empfange des Briefes und des Ringes bereuete es die Graͤſin, daß ſie ſich ihrem Gemahle uͤber die Erſcheinung jenes Alten mitgetheilt und ihn dadurch veranlaßt hatte, die naͤhere Bekanntſchaft deſſelben zu ſuchen. Die ihr empfohlene Geheim⸗ haltung wurde dadurch nun verletzt; ſie ſcheute ſich daher, dieſen raͤthſelhaften Alten im Beiſeyn ihres Gemahls wieder zu ſehen, weil ſie ſich kaum Faſſung genug zutraute, die innere Bewegung unterdruͤcken zu koͤnnen, welche ſein Anblick ſo wie die Beſorgniß in ihr erregen mußte, daß der Graf wegen einer Erklaͤrung in ihn dringen wuͤrde. Sie haͤtte daher ihren Gemahl von dem Gange nach dem Kloſter gern abgehalten, oder wenigſtens ihre Begleitung dahin abgelehnt, wenn nur nicht zu befuͤrchten geweſen waͤre, dadurch ihrem Ge⸗ mahle Veranlaſſung zu geben, nach der Urſache ihrer Weigerung ſich zu erkundigen. Um alſo keinen nachtheiligen Verdacht gegen ſich zu erre⸗
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