161
Jetzt wendete ich meine Aufmerkſamkeit dorthin, wo ſich Angla aus Liebe zu mir in den Strom be⸗ graben hatte. Ich ſah, wie die toſende Flut ſie hin und herriß, wie aus den zuckenden Gliedern ſich das Leben in ihrem Herzen ſammelte, und wie es dann, gleich einer hochflammenden Feuerſaͤule aus dem Waſſer heraufſtieg, und unruhig auf und niederflackerte. Ich naͤherte mich, und wie im leiſen Wehen der Kuß der Lippe beruͤhrt, bevor er ſich in der vollen ſinnlichen Empfindung verkoͤrpert, ſo flog ihr Weſen an mich heran. Wie zwei Waſſer⸗ tropfen in einander fließen, ſo verſchmolz ſich mit meiner Seele ihre Seele. O daß ich Ihnen nennen koͤnnte das unausſprechlich ſelige Gefuͤhl, das bei dieſer Vermaͤhlung mich durchrieſelte, und den Frieden, der ſich wie Sternenglanz auf mich her⸗ abſenkte. Sie haben davon eine dunkle Ahnung, wenn es jemals fuͤr Sie einen Augenblick gab, wo jedes irdiſche Begehr in Ihnen ſchwieg, und wo dann, durch das Entzuͤcken der Liebe ganz vergeiſtigt, Ihr Weſen im Sturm eines großen Gedankens uͤber die Sonne und uͤber die Grenzen neuer Sonnen hinausflog.
O wie herrlich hatte ſich der Lichtpunkt meines Ichs verklaͤrt! Die Mißgeſtalten, die es umlagert
L
—
—ÿ— ͦ¼ ¾¾——


