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Hans Brahe oder: der Sonderling mit dem schwarzen Mantel / von Karl Keller
Entstehung
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Schattengeſtalten unkenntlich machte und ihre Ge⸗ lenke verzehrte wie Koͤrper, die der aͤtzende Zehr⸗ ſtoff einer maͤchtigern Maſſe aufloͤſt.

Ich muß Ihnen geſtehen, daß mich dieſer Kampf vergnuͤgte, und daß der Spiegel, in dem ich mich hier erblickte, mir meine innern Erſchei⸗ nungen, die mir ſo oft raͤthſelhaft waren, erklaͤrte. Ich erlangte eine befriedigende Kenntniß von den Eigenthuͤmlichkeiten meines Seelenlebens, und von dem Kampf, den ich ſo oft in meiner Bruſt wahr⸗ genommen hatte, in welchem ein reiner Wille, der, ein maͤchtiger Strom, aus dem Lichtquell der Erkenntniß und dem Glutmeer der Liebe ſich ergoß, zuletzt gewoͤhnlich ſiegte. Nun kannte ich die Waffen, mit dem die Ungeheuer der Leidenſchaft zu bezwingen ſind, und die Huͤlfe, durch die ſich in der Bruſt der Friede vermitteln laͤßt. Seit dieſem Augenblicke war ich frei, und die Feſſeln, die mich hier zuruͤckhielten und dort gewaltſam fortriſſen, lagen vor meinen Fuͤßen wie die gebrochnen Bande des erloͤßten Sklaven, fuͤr den der Blick in die Welt ſeine Schranken verliert, und der im leichten Sprunge auf die Karre, an die er geſchmiedet war, ſteigt, um ſich zu uͤberzeugen, daß der Horizont ſeines Blicks in unendlichen Raͤumen ſich verliere.