145
erfuͤllt, ſich lagern. Mancher Fremdling, wenn er die ſchoͤnſten Blumen Hindoſtans gebrochen, und an ihrem Dufte ſich berauſcht hatte, warf ſie dann von ſich, und ſah ſie in wenig Stunden gefuͤhllos vor ſeinen Fuͤßen verwelken.
Wenn ich Dich mit gleichen Zweifeln quaͤlen wollte, entgegnete ich faſt empfindlich: haͤtte ich nicht auch dazu ein Recht? Die heitere, ſcherzende Bajadere, veraͤnderlich in ihrem Begehr, wie der leichte Scherz ihres Spiels und ihrer Taͤnze, und abhold der ernſten Sitte, an der Hand eines Mannes, eingeengt in die Bande der Treue, dem Reitz des wechſelnden Vergnuͤgens zu entſagen, koͤnnte mir wohl auch marternde Zweifel aufs Herz waͤlzen!
O nein! rief ſie mich unterbrechend: Du kennſt nicht die Herzensglut des ſuͤdlichen Himmels, nicht die Gewalt der Liebe, die den verblichnen Gatten in ihre Arme nimmt, und in der toͤdtenden Flamme mit ihm zu den Sternen emporfliegt. O dieſe Bruſt, die nur fuͤr Dich ſchlaͤgt, uͤberwindet nicht den Schmerz des Grams und das Leid der Tren⸗ nung. Sie lebt nur, ſo lange der Hauch der Liebe ihr entgegen weht. Wiſſe, auf ewig ſchließen Bramas
K


