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Hans Brahe oder: der Sonderling mit dem schwarzen Mantel / von Karl Keller
Entstehung
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Wohl wahr! erwiederte er. Bald aber wird der Morgenthau niederfallen, und ſein Schauer, mit dem er die unberufnen Nachtwandler ergreift, koͤnnte unſrer Geſundheit ſchaden. Laſſen Sie uns nach Hauſe geh'n.

Werden wir uns auf den Abend wiederfinden? fragte ich aͤngſtlich, weil ich eine Verneinung fuͤrchtete. Er reichte mir die Hand mit einer freund⸗ lichen Bejahung, huͤllte ſich tief in den Mantel und ging.

Noch wandelte ich unter den Linden, den Blick zum blaͤulichen Gewoͤlbe gerichtet und mich freuend des jungen Tages, der ſeine ſilberhelle Grenze immer weiter am Himmelsbogen ausdehnte, und die er— bleichenden Sterne mit ſeinem heitern Gewande bedeckte. Um mich jauchzten die Voͤgel, und uͤber der Aue ſchwebte der erquickende Opferdampf des Morgens. Ein ſanft geroͤtheter Hauch flog nach und nach heruͤber, durch ihn entzuͤndeten ſich die Luͤfte zur hohen Roſenglut, bis ſie zuletzt in reinſter Vergoldung ſich verklaͤrten. Im lieblichen Wieder⸗ ſchein lachte die Gegend, und ſchoͤner leuchtete zwi⸗ ſchen Gebuͤſchen und Auen der Silberſtreif des Stroms.

Ueber und unter der Erde ſtralt dieſer Glanz des kommenden und verſchwindenden Lichts! ſprach