16
die Sterne, welche uͤber uns und um uns glaͤnzen, in dieſem, mit Waſſer angefuͤllten Erdgruͤbchen vor unſern Fuͤßen wiederfinden? Wie hell iſt ihr Licht dort Oben, wie matt hier Unten! Die Stern⸗ fackeln eines kleinen Raums erblicken Sie nur in dieſem Spiegel. Welch ein elendes Bild vom ſchoͤ⸗ nen Himmel! haͤtten wir ihn nicht geſehen, wir wuͤrden ihn im Wiederſchein nicht wiedererkennen. So unvollkommen ſind die Geſchichtsbuͤcher, in denen wir die Vergangenheit aufſuchen, und durch die wir uns zu einem Urtheil uͤber die Menſchheit erheben laſſen. Aber wie groß ſind die Taͤuſchun⸗ gen, denen wir unterworfen bleiben! Oft bewun⸗ dern wir den hellglaͤnzenden Planeten mehr, als den, im eignen Lichte ſtralenden Fixſtern.— Aber ſehen Sie, dort ſchleicht die Daͤmmerung herauf! Wir haben uns unſern Gegenfuͤßlern zugeſellt, fuͤr welche die Sonne ſich neigt und die Zeit der Ruh anbricht. Nun muͤſſen wir den ſchoͤnen Morgen, der uns wecken ſollte, verſchlafen. Wir tadelten den Uhrſteller, und haben doch noch mehr das Maaß der Zeit uͤberſchritten.
Auch ein Sterntag iſt ſchoͤn, und die Beobachter des Himmels ſtellen nach ſeiner Hoͤhe ihre Uhren! ſprach ich, indem ich Brahe'n herzvoll anblickte.


