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Chriſtians Hauſe an Chriſtians Gattin zu beobachten oft ge⸗ nug Gelegenheit gehabt hatte. Sie verrichtete ſo ruhig und freudig ihre Arbeit, beſorgte ſo ſtillfreundlich, ſo liebevoll das fremde Kind, deſſen Schreien ſie ſo oft von ihrer Arbeit abrief, und es war uͤber ihr ganzes Weſen eine ſolche Froͤhlichkeit aus⸗ gegoſſen, daß ſie alle um ſich heiter machte durch ihr herzlich froͤhliches Geſicht, durch ihre heiteren Worte, durch ihre mun⸗ teren Lieder, die ſie zu ihrer Arbeit ſang.— 3
Da ſaß denn der alte Brenz gar manchmal ſtumm in der Ecke, und ſtellte Vergleichungen an, uͤber das hauͤsliche Gluͤck in dem Hauſe dieſer armen Familie, und uͤber die hausliche Noth und den unheimlichen Geiſt, der ehedem in den Hauͤſern ſeiner wohlhabenden Soͤhne und namentlich in Chriſtians Hauſe, durch den Mißmuth der reichen Frau geherrſcht hatte. Seine ganzen fruͤheren Vorſtellungen von Gluͤck und Wohlſein,— er hatte es im Gelde und auͤßern Wohlſtande geſucht,— fingen an, ſich nach und nach umzugeſtalten, und es wollte ihm faſt ſcheinen, als wenn der Grund des Wohlſeins doch im Men⸗ ſchen laͤge.—„Wie gluͤcklich haͤtte doch der Chriſtian mit der Eliſabeth ſein koͤnnen,“ dachte er manchmal, wenn ihm der auͤßere Prunk, das auͤßere Wohlleben, das ehedem in ſeines Soh⸗ nes Hauſe herrſchte, wobei aber das Herz keine wahre Freude empfand, weil Zank, und Laͤrm, und Unfriede alle Freude ver⸗ gaͤllte,— recht lebhaft vor die Seele traten!— Wie herrſchte doch hier ein ſo ganz anderes Gluͤck,— das war ein inneres, froͤhliches und frommes Weſen, dem auch das Kleine und Aermliche groß und der Freude und des Dankes werth erſcheint, ein Gluͤck, das hier wie uͤberall auf einem guten Gewiſſen, auf einem mit ſeinem Gott und Heilande ausgeſoͤhntem Herzen be⸗ ruht, welches auch das kleinſte Haus zu einer Staͤtte reiner Freude macht. Solche Gedanken ſtiegen manchmal in des Grei⸗ ſes Seele auf, ſein Herz ſchien weicher und empfaͤnglicher fuͤr das Gute in der Geſellſchaft guter Menſchen zu werden;— aber es ſchien ihn etwas zu druͤcken, was ihn nicht ſo recht froh werden ließ, und es war namentlich eine gewiſſe Scheu vor dem alten Thomas an ihm zu bemerken, die ihn in beſtaͤndig ſpannender Unruhe erhielt.
Ploͤtzlich hoͤrten die Beſuche des alten Brenz auf. Ein Kauͤfer, ſo hieß es, habe ſich zu dem beruͤchtigten Hauſe am Kirchhofe gefunden, und die alte Geldgier war mit einem Male
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