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Der Landpfarrer : eine Schrift für das deutsche Volk / von Julius Kell
Entstehung
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ren, nur der alte Vater ſaß in ſtumpfer Verzweiflung in einer Ecke, da war es, als wenn ihn eine plotzliche Ahnung ſeines furchtbaren Schickſals ergriffe. Er nahm Abſchied von Allen, und bat ſie um Verzeihung, er ſprach noch Einiges heimlich zu dem Pfarrer, der theilnehmend herbeigeeilt war, und es war ergreifend, als er jetzt ſelbſt die Umſtehenden bat, ihm die Haͤnde zu binden, und hinauszugehen, ihn allein zu laſſen!

Bald darauf brach die Wuth in fuͤrchterlicher Staͤrke aus; der Ungluͤckliche ſchaͤumte, wuͤthete, ſchrie, tobte, und in wenigen Stunden war er todt!

Erſchuͤttert von dem furchtbaren Trauerſpiel, ſtanden die Nachbarn vor dem Hauſe; es war, als wenn dem zeither Ver⸗ achteten durch ſeine edle That mit einem Male wieder die Liebe und Achtung Aller zu Theil geworden waͤre, man entſchuldigte, uͤberging ſeine Fehler, und ſo Mancher erzaͤhlte wieder von dem Chriſtian, wie er als junger Burſche der Liebling aller Nach⸗ barn geweſen war.

Der Pfarrer hatte die weinende Eliſabeth nach Hauſe ge⸗ leitet.Eliſabeth, unterbrach jetzt der Pfarrer das wehmuͤthige Schweigen,wißt Ihr, was des Chriſtian letzter Wunſch war?

Ob nicht Eliſabeth ſein kleines Kindchen zu ſich nehmen

moͤchte, das nun keinen Vater und keine Mutter mehr habe. Das hat er mir noch heimlich vertraut, und ich habs ihm ver⸗ ſprochen, Euchs zu ſagen!

Herr Paſtor, ſagte Eliſabeth, und wurde roth,daran hab ich gleich damals gedacht, wie die Frau geſtorben war, und Sies uns erzaͤhlten. Aber was haͤtte der Chriſtian dazu denken muͤſſen? Jetzt? ja, Herr Paſtor, jetzt nehm' ich das Kind⸗ chen an. Wie mein eigenes will ichs halten! Und wenn es groß wird, will ichs ihm erzaͤhlen, daß ſein Vater mir mein einziges Gluͤck auf Erden, mein Naͤdchen, vor ſchmaͤhligem Tode gerettet hat.

Und wenns fehlt, ſetzte der Paſtor hinzu,ſo kommt nur zu mir!

O,'s hat nicht Noth, verſetzte Eliſabeth muthig,ſo lange ich geſund bin und arbeiten kann, werde ich die Kinder⸗ chen ſchon beide verſorgen. Es macht mir auch mehr Freude, wenn ichs allein durchſetzen koͤnnte!

Die Kinder Chriſtians wurden jetzt in der Gemeinde ver⸗ theilt, man riß ſich ordentlich darum; Eliſabeth aber war nicht