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uͤberreichte dem Pfarrer mit wenigen herzlichen Worten eine Bibel, zum Andenken an dieſen Tag und als Zeichen ihrer Liebe und Verehrung, und die Geber hatten zur Erinnerung eigen⸗ haͤndig ihre Namen hineingeſchrieben.
Es war ein ſchoͤner Tag fuͤr unſern Paſtor, dem die Liebe ſeiner Kirchkinder unendlich wohlthat.—
„Wie ſchoͤn iſts doch,“ ſagte die Pfarrfrau, als am Abende deſſelben Tages alle Glieder des Pfarrhauſes um den traulichen runden Tiſch beiſammen ſaßen, auf welchem die Theekanne wohlthuend dampfte;—„wie ſchoͤn iſts doch, wenn der Geiſt⸗ liche Liebe und Achtung, Anerkennung und Zutrauen findet.“
„So viele Beweiſe dafuͤr haͤtte ich nimmer erwartet,“ be⸗ merkte der Paſtor.„Der heutige Tag wird mir aber eine abermalige Ermunterung und Ermuthigung ſein, meiner Ge⸗ meinde jetzt und immer das zu ſein, was ich ſein ſoll und was ſie von mir erwartet. Es iſt wahr, es waͤre meine Pflicht, auch wenn dieſe Anerkennung fehlte, gleich eifrig und liebend in meiner Gemeinde zu wirken;— aber der Geiſtliche iſt und bleibt doch ein Menſch, und ich danke Gott, daß Er mir die Ausuͤbung meines Berufes nicht durch die Kaͤlte und Gleich⸗ giltigkeit meiner Kirchkinder erſchweren, ſondern vielmehr durch ſolche ſichtbare Erfolge erleichtern wollte.“—
„Es kommt immer wieder der Gemeinde zu Gute,“ warf die Pfarrfrau ein,„wenn ſie Dir Liebe erweiſen; denn wen man lieb hat, deſſen Worten folgt man gern; mir gehts wenig⸗ ſtens ſo—
„Ja, und das iſts eben,“ verſetzte der Pfarrer,„daß bei ſolcher Gelegenheit die Liebe zu dem Seelſorger nicht nur ge⸗ ſteigert wird, ſondern daß gar Mancher bei ſolcher feſtlichen Veranlaſſung es in ſich ſelbſt erſt erfaͤhrt, daß er ſeinen Lehrer wirklich liebt, oder doch lieben ſollte.'S iſt mir wahrlich nicht um die Bibel zu thun, die mir die guten Leute heute geſchenkt haben,— die koͤnnte ich mir ſchon ſelbſt anſchaffen, wenn ich ſie brauchte;— aber als Beweis der Liebe iſt ſie mir von hohem Werthe. Meinſt Du nicht, daß dieſe Leute mir kuͤnftig naͤher ſtehen werden in zutrauensvoller Liebe, die da wiſſen, daß ich ihnen zum Danke fuͤr ihre Liebe verpflichtet bin? Der Vor⸗ theil iſt immer gegenſeitig;— wenn ich mich in meinem Amte ſo recht froh und gluͤcklich fuͤhle,— nun dann wirkt ſichs auch leichter und eindringlicher,— und kommt das nicht meinen


