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und ſagte leiſe:„Sie ſind gewiß kein Unglauͤbiger, Herr Paſtor; wer mir das geſagt hat, kann Sie hoͤchſtens einmal gehoͤrt ha⸗ ben. In Lehre und Leben ſind Sie ein guter Chriſt; ſchon an dem Sterbebette meiner Frau Nachbarin habe ich Sie kennen lernen.“—
Auch Chriſtian Brenz war heute ſeit langen Jahren zum erſten Male wieder in der Kirche geweſen. Er ſtand an dem Grabe ſeiner Frau, als der Pfarrer hinter ihm voruͤberging; doch ſchnell drehte er ſich um, und ſuchte die Thraͤnen zu ver⸗ bergen, die ihm im Geſichte ſtanden. Der Pfarrer erſchrack; die hohlen, tief im Kopfe liegenden Augen mit blauen Raͤndern, die bleichen Lippen und eingefallenen Backen mit glaͤnzenden rothen Flecken zeigten deutlich, daß der arme Mann an unheil⸗ barer Auszehrung, jedenfalls eine Folge ſeines Branntwein⸗ trinkens, leide.„Sie haben mirs Trinken abgewoͤhnt,“ ſagte Chriſtian mit heiſerer Stimme und verſuchte des Paſtors Hand zu ergreifen und zu druͤcken,—„aber— aber, hier, hier liegt mirs,“— er huſtete laut und zeigte auf die aͤngſtlich athmende Bruſt.—„Ich werds wohl nicht lange mehr treiben,— der
uſten— meine armen Kinder!— Thaͤten Sie mir wohl noch die Liebe, Herr Paſtor,— mit fuͤr ſie zu ſorgen,— wenn—
wenn“— Ein ſtaͤrkerer Huſten unterbrach ſeine Rede, und der
Pfarrer ſuchte den Armen liebevoll zu beruhigen; aber das Un⸗ gluͤck der ſonſt ſo gluͤcklichen, von Allen beneideten Familie,— (ſtand doch eben auch druͤben an der Kirchhofmauer die Frau des andern Bruders, des Gemeindevorſtands, der auf des Pa⸗ ſtors Verwendung in einer Ecke des Kirchhofs begraben worden war)— dieſer Wechſel des Schickſals ging dem theilnehmenden Pfarrer tief ins Herz.—.
Da kam ihm aber wieder ein freudiges Geſicht entgegen, — es war Johann, der haſtig, ſeinen blinden Vater am Arme fuͤhrend, auf den Pfarrer zuſchritt.
„Herr Paſtor,“ rief er freudig,„wiſſen Sie's denn, daß mein Kindchen,— nun ja, der Eliſabeth ihres— wieder ſieht? Geſtern hats der Doctor operirt! Da habe ich gezittert und gebebt; aber's iſt Alles gut gegangen, und ich habe heute mei⸗ nem lieben Gott recht ſchoͤn gedankt. Wollen Sie uns nicht einmal die Ehre geben?“——
Im Hauſe erwartete den Paſtor eine neue Ueberraſchung, denn die Kirchvaͤter waren da verſammelt, und der alte Georg


