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Der Landpfarrer : eine Schrift für das deutsche Volk / von Julius Kell
Entstehung
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die zerſtreute Heerde Chriſti, zuſammen kommen, um Weide, Nahrung zu finden fuͤr ihre Seelen, daß ſie ſelig werden. Und wir, die Diener des goͤttlichen Worts, bringen dann den Hun⸗ gernden und Durſtenden aus dem Schatze des guten Hirten, von dem Brode des Lebens, und bieten ihnen zu trinken aus dem Waſſerquell, der da quillet in's ewige Leben! Chriſtus iſt die Thuͤr zu den Schafen, durch Ihn gehen wir Hirten, wir Paſtoren, das heißt ja eben Hirten wir Paſtoren Seiner evangeliſchen Kirche, zu Euch, zu der Heerde Chriſti, ein! Ihn bringen wir Euch, Sein Leben ſchildern, geben wir Euch, Seinen Segen geben wir Euch; in Seinem Namen bieten wir Euch die Segnungen der Kirche Vergebung der Suͤnden, Leben und Seligkeit in der heiligen Beichte, an Sei⸗ nem Altare! Um Seinetwillen bitten wir Euch um Eure Liebe, Eure Achtung, Euren Gehorſam! Und damit der Segen des goͤttlichen Worts auch unter Euch reichlich ſich ver⸗ breite, darum bitte auch ich Euch, heute nach fuͤnfundzwanzig Jahren abermals, daß Ihr auch mich halten wollet fuͤr einen Haushalter Chriſti, fuͤr einen Mithirten des großen Erzhirten, den Gott geſetzet hat zum Biſchof unſerer Seelen.

So kommt denn, Geliebte in Chriſto, kommt, ſo oft ſonntaͤglich die Glocken rufen, kommt zum Hauſe des guten Hirten, Hoͤret Seine Stimme, Erkennet Seinen Ruf! und laſſet Euch von dem Diener Seines Worts hinfuͤhren zu dem guten Hirten, daß ihr ergriffen von Seinem Worte, von Neuem wieder im Geiſte dem Seelenfreunde und Fuͤhrer die durchgrabene Hand druͤcket, daß ihr von Neuem wieder den Seligmacher ans Herz ſchließet und unters Kreuz des Erloͤſers tretet, und die Liebe des guten Hirten fuͤhlet, der Sein Leben ließ fuͤr die Schafe, daß Ihr lernt von Tag zu Tage Euch immer mehr hingeben dem Herrn und Seiner Leitung. Dann wird auch der Gebenedeite Er ſelbſt der gute Hirte, zu Euch kommen und mit dem Vater Wohnung bei Euch machen, daß Ihr Leben und volle Genuͤge haben ſollt! Und dann, ja dann kann ein Jeder wieder die neue Woche geſtaͤrkt und berathen beginnen; dann kann ein Jeder getroſt ſeine Straße weiter wandeln, durch die Kirche gehalten in Gemeinſchaft mit dem guten Hirten, bis er, ſicher an des Heilands Hand vor den Irrwegen des Lebens, die Erdenwanderung endet, und der gute Hirt die Seinen hinaufnimmt zu ſich, wo himmliſche