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Der Landpfarrer : eine Schrift für das deutsche Volk / von Julius Kell
Entstehung
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den uͤberſchuͤttet mit Blumen und Kraͤnzen, mit Liebe und Freude.

Wie habt Ihr doch daran gedacht, ſagte der Prediger, Lich wollte Euch heute Mittag mit der Nachricht uͤberraſchen. Fuͤnfundzwanzig Jahre im Amte und in der Ehe; ja, ja, die Haare werden weiß, und der Leib altert.

Aber das Herz iſt jung geblieben, ſagte die Pfarrfrau indem ſie ihn herzlich umarmte,jung in der Liebe, jung in der Thaͤtigkeit!

Fuͤnfundzwanzig Jahr, ſeufzte der Prediger, o wie viel mehr haͤtte ich wirken koͤnnen!

Da traten die Kirchenvaͤter ein, und ſprachen ſo viel und lobend von des Pfarrers unermuͤdlicher Thaͤtigkeit im heiligen Predigtamte, von der Liebe, mit welcher ſie Alle, wie die ganze Gemeinde ihrem treuen Seelſorger zugethan ſeien, daß dem Pa⸗ ſtor das Herz ganz weich wurde. Und er druͤckte mit wehmuͤ⸗ thiger Freude jedem die Hand:Will's Gott, ſprach er beſcheiden,ſo ſolls mit mir immer beſſer werden, ſo wird der inwendige Menſch immer ſtaͤrker werden, wenn er Chriſtum immer mehr aufnimmt und durch den Glauben und durch die Liebe gewurzelt und gegruͤndet wird! O, ich fuͤhle es, was es heißt, ein Seelſorger, ein treuer Diener Jeſu Chriſti zu ſein. Seid Ihr nicht meine Mithelfer in Chriſto? Kinder, liebt Euch unter einander, liebet mich, daß wir vereint durch einan⸗ der immer mehr wachſen in der Liebe zu Gott und dem Er⸗ löſer!

Der Pfarrer mußte die Predigt weglegen, die er fuͤr heute ausgearbeitet hatte; er konnte die Feſtfeier nicht uͤbergehen, da die Gemeinde davon wußte. Sein Herz war zu voll!

Mutter, ſprach er bewegt zu der Gattin, welche ihm den Prieſterrock gab, und die Ueberſchlaͤgel umband,iſt mirs doch heute aͤhnlich wie damals, als ich zum erſten Male als junger Candidat im geiſtlichen Vaterhauſe das heilige Kleid an⸗ zog! Wie mich da die ſelige Mutter mit ſtiller Freude beſchaute und ſtolz ſagte:So wollte ich Dich ſehen, Dich meinen Erſt⸗ gebornen, wie mich der Vater ſchweigend in die Arme ſchloß, und mit Vaterthraͤnen mich einſegnete zu dem heiligen Amte, dem ich mich gewidmet hatte. Noch iſt mirs, wie heut', als ich zum erſten Male auf die Kanzel heraustrat, wie das Herz mir froh ſchlug, daß ich reden ſollte zu ſo vielen Glauͤbi⸗

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