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Der Landpfarrer : eine Schrift für das deutsche Volk / von Julius Kell
Entstehung
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Gerechtigkeit leiten, wie die Sterne immer und ewiglich!

Selige Ruͤhrung uͤbermannte ihn; Thraͤnen, Freuden⸗ thraͤnen draͤngten ſich ihm in die Augen.Vater! rief noch einmal die Schaar himmliſcher Geiſter, und urploͤtzlich waren die wunderbaren Geſtalten und der blendende Glanz verſchwun⸗ den; der Paſtor ſaß wieder in ſeinem Kirchenſtuhl allein,

rieb ſich die Augen, und wußte nicht ob er wache oder trauͤme.

Da rief's noch einmal,Vater! dicht neben ihm, und er erwachte voͤllig. Der Traum verſchwand mit ſeinen wunder⸗ baren Gebilden, und vor ihm ſtand ſeine Tochter Roͤschen, welche den Vater vergebens draußen geſucht hatte. Sie war mit einer Laterne in die dunkle Kirche getreten, ſie hatte den Vater mehrere Male gerufen, und dieſe zufaͤlligen Ereigniſſe hatten ſich mit den Gedanken, welche den Paſtor beſchaͤftigten, als er einſchlummerte, zu einem lieblichen Phantaſiegemaͤlde im Traume verwebt, dem, wenn auch die Wirklichkeit, ſo doch die Wahrheit nicht abging.

Der Vater kuͤßte die um ihn beſorgte Tochter auf die bluͤhende Wange und folgte ihr in ſeliger Stimmung. Aber der troſtreiche Traum blieb ihm feſt im Gedaͤchtniß und er klagte nicht mehr uͤber der geiſtlichen Amtsthaͤtigkeit ſcheinbare Erfolg⸗ loſigkeit;denn, ſprach er vor ſich hin,im Geheimen reifen die Fruͤchte und droben iſt erſt die rechte Ernte.

IX.

Des Paſtors fuͤnfundzwanzigjaͤhriges Amtsjubilaͤum, war herangekommen, und da in daſſelbe Jahr zugleich ſeine ſilberne Hochzeitsfeier fiel, ſo ward die Feier beider Tage verbunden.

Die Kinder hatten ganz im Geheimen ihre Vorbereitun⸗ gen getroffen, um im Vereine mit der Kirchfahrt das Doppel⸗

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feſt feiern zu helfen. Am fruͤhen Morgen ſchon, es war

ein Sonntag, weckte ein Geſang der Schulkinder, welchen der Schulmeiſter einſtudirt hatte, das Jubelpaar; dann kamen die Toͤchter gluͤckwuͤnſchend, und die uͤberraſchten Aeltern wur⸗