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„Du treuer Seelenhirt, habe Dank!“— Die ſelige Mutter aber neigte ihr von himmliſcher Liebe verklaͤrtes Geſicht an des Va⸗ ters Bruſt, und fluͤſterte leiſ:—„Dank Dir, Vater; droben erſt habe ich's recht empfunden, wie reich in Gott ich durch Dich wurde!“—
Da war's den Paſtor, als wenn's ihn hinzoͤge zu den Fuͤßen des verklaͤrten Vaters, der ſeligen Mutter, als kniete Er auch an des Altars Stufen.„Segne mich, mein Vater,“ bat er innig—„daß ich lerne, Segen verbreiten, gleich Dirz— daß keins verloren werde von denen, die mir Gott gegeben!“ Und der ernſte Vater legte ſeine Hand ſegnend auf des Sohnes Stirn und rief mit prieſterlicher Salbung: „Sei getroſt mein Sohn! Streue Du nur guten Saamen aus, unermuͤdet;— manch Koͤrnlein faͤllt, dir unbewußt, auf guten Boden und keimt und waͤchſt und bluͤht im Menſchenherzen im Geheimen!— Tief in der Seele verborgen reifen die oft un⸗ ſichtbaren Fruͤchte des Glaubens, die des Prieſters Wort zum Daſein rief. Du haſt geſaet, gepflanzt und begoſſen die Blu⸗ men des chriſtlichen Lebens; Gott giebt Gedeihen;— doch nicht Heilige zu ſein, ſondern heiliger zu werden iſt des Erdenle⸗ bens Ziel, und droben iſt erſt die rechte Ernte.“—
Als jetzt des verklaͤrten Vaters Mund ſchwieg, da murrte der Prieſter nicht mehr. Es war ihm ſo unnennbar wohl im Herzen, er fuͤhlte ſich ſo wunderſelig und zufrieden, daß es ihm 3 ward, das muͤſſe ein Vorſchmack der himmliſchen Selig⸗ eit ſein.
„Großer Gott,“ rief er in demuͤthiger Ruͤhrung,„ſolch reicher Segen liegt auf Deinen Worten, die des Menſchen ſchwacher Mund geredet?!— O ich Kleinglauͤbiger! So habe doch auch ich wohl nicht vergebens gelebt und gewirkt!“ und 3 Worte des ſchoͤnen Gellertſchen Liedes kamen ihm in den
inn:
„Dann ruft, o möchte Gott es geben, Vielleicht auch mir ein Sel'ger zu, Heil ſei dir, denn du haſt das Leben, Die Seele mir gerettet du!
O Gott, wie muß das Glück erfreuen, Der Retter einer Seele ſein.“
Ein Engelchor aber ſang:„Die Lehrer werden leuch⸗ ten wie des Himmels Glanz und die, ſo Viele zur


