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Gemeindeglied weigern, den kleinen Beitrag zur Erhaltung ihres Seelenhirten auch bei dieſer Gelegenheit zu geben. Kein evan⸗ geliſcher Prediger aber, dem die Wuͤrde ſeines Amtes am Her⸗ zen liegt, wird ſich und ſein heiliges Amt ſoweit herabwuͤrdigen, daß er um des Beichtgeldes willen ſeine Beichtkinder zum Tiſche des Herrn ruft!— War es doch das eifrigſte Beſtreben waͤh⸗ rend meiner ganzen amtlichen Wirkſamkeit, das liebevolle, freundliche Verhaͤltniß eines Hirten zur Heerde, eines Vaters zu ſeinen Kindern zwiſchen mir und meinen Kirchkindern herzu⸗ ſtellen, daß ſie das, was ſie geben ſollen, gern und ungezwun⸗ gen, gleichſam als freiwillige Gaben, dem Manne geben, der fur ſie wie ein geiſtlicher Vater ſorgt, der ſeine Zeit, ſeine Kraͤfte, ja ſein Leben fuͤr ſie aufopfert, uͤber ihrer Seelen Seligkeit wacht, fuͤr ſie ſorgt und betet, der die Lebenden wie die Todten in Jeſu Namen ſegnet!— Weil wir Kirchen⸗ und Schuldiener von den Gaben unſrer Kirchkinder leben muͤſſen, wie jeder Beamte von ſeinem Einkommen, ſo koͤnnen wir ſie nicht ent⸗ behren, nicht erlaſſen; aber ſagen Sie, Herr College, wenn hat je des Armen letzter Pfennig meinen Beutel gefuͤllt? Wenn habe ich jemals in des armen Familienvaters Haus einen an⸗ dern Executor geſchickt, als die Liebe?— Die Liebe, die des Geſetzes Erfuͤllung iſt?— Wie bin ich dennoch in den Ruf des Eigennutzes gekommen? Ißt denn der eifrige Geiſtliche allein deßhalb, weil er nicht mit ſeinen Haͤnden, ſondern mit ſeinem Geiſte arbeitet, ſein Brod mit Suͤnden?“—
„Hoͤren Sie nicht,“ bat der Schulmeiſter,„auf die Reden des Unverſtandes, der des Geiſtlichen Arbeiten nach dem Maß⸗ ſtabe des gewoͤhnlichen Verkehrs mißt, und wie eines Tageloͤh⸗ ners Arbeit abwerthet, und da meint, es laſſe ſich eine Predigt, eine Leichenrede, Trau⸗ und Taufreden aus dem Aermel ſchuͤtteln, die andern vielfachen amtlichen Geſchaͤfte des Geiſtlichen aber gar nicht kennt. Ich kann Ihnen im Gegentheil verſichern, daß Viele geauͤßert haben, daß ſie im Stande ſein moͤchten, ihrem Geiſtlichen und Lehrer ein beſſeres Auskommen gewaͤhren zu koͤnnen.“—
„Lebe ich etwa im Ueberfluſſe?“ eiferte der Prediger.— „Nun wahrlich, ich habe mich hier auf der kleinen Stelle, mit Frau und Kindern manchmal recht aͤrmlich behelfen muͤſſen; — ich habe nicht geklagt, ich hatte gelernt, bei welchem ich bin, mir genuͤgen zu laſſen;— aber ſoll ich das, was mir fuͤr meine Arbeit gehoͤrt, Leuten ſchenken und erlaſſen, die es


