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ſie ſo gut ſind und Dir alle Tage zu eſſen und zu trinken ge⸗ ben, und Dich zu allen Guten anhalten. Siehſt Du, mein Kind, gerade ſo ein guter Vater iſt nun im Himmel droben, ach nein, ein viel, viel beſſerer Vater, der giebt allen Men⸗ ſchen Leben, Geſundheit, Eſſen und Trinken. Den himmli⸗ ſchen Vater, den Du nicht ſehen kannſt, den bitteſt Du recht ſchoͤn, daß er wie ein Vater gegen Dich ſein moͤchte!— Du armes vaterloſes Kindchen.“
Thraͤnen traten der Mutter in die Augen, ſie legte die Nadel weg, und ſtreichelte das Kind, und winkte dem Johann zu, und ſagte leiſe, ſo daß es das Kind nicht hoͤren konnte, zu dem Bruder:„Du traͤgſts ihm doch nicht mehr nach?“
„Da ſei Gott vor,“ ſagte Johann treuherzig.„Ich kann ſelber dem Brenz nicht mehr feind ſein.„Hoͤre nur,“ fuhr er fort,„wie mirs ging. Ich kam neulich von der Arbeit nach Hauſe. Es war gegen Abend,— ich war dem Ge⸗ meindevorſtand begegnet, der mit einer ſchoͤnen Kutſche durchs
Dorf fuhr,— und war wieder einmal recht bitterboͤſe auf alle die Brenze. Da ſtieß ich an was. Denk Dir, es war der Chriſtian.— Ich war einmal in der Bosheit, und ich
dachte,'s iſt Dir ſchon recht, daß Du hier liegſt, und ſo weit herunter biſt,— und weil ich dabei an Dich dachte, Eliſa⸗ beth, und Dein Kind, da gab ich dem betrunkenen Men⸗ ſchen einen Fußtritt, daß er in den Graben hinunter⸗ ſuͤrzte. So ging ich fort,— in der Wuth. Glaubſt Du, daß mirs nun Ruhe ließ? Das pochte und haͤmmerte in mei⸗ nem Herzen und meinem Kopfe, wie ein Eiſenhammer. Kurz, ich reſolvirte mich ſchnell, kehrte um, nahm den Brenz auf den Ruͤcken,— ich haͤtte niemals in meinem Leben ge⸗ dacht, daß ich das thun koͤnnte,— und trug ihn nach Hauſe. Eliſabeth, das will ich Niemand erzaͤhlen, was ich da geſehen habe. Die zerlumpten Kinder heulten, die Frau jammerte, ſie war noch dazu guter Hoffnung,— es war ein grauſames Elend.— Und der alte Brenz, dem ſtands boͤſe Gewiſſen auf der Stirne, als er mich erblickte. Ich hatte mir vorgenom⸗ men, den Leuten einmal die Wahrheit recht zu ſagen; aber ich bin ſtill davon gegangen, und habe meinem Gott gedankt, daß wir gluͤcklicher ſind als die!“——
„Das war brav!“ rief der Paſtor, der die letzte Erzaͤh⸗ lung unbemerkt mit angehoͤrt hatte, in ſeiner Herzensfreude.


