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Erſchreckt fuhren die Leute zuſammen, erholten ſich aber bald wieder, als ſie ihren guten Paſtor erkannten. Er mußte vollends hereinkommen und ſich niederſetzen.
Johann wurde jetzt ganz ſtill, als der Paſtor mit bered⸗ tem Munde die Noth von der Familie Chriſtians ſchilderte, und ſeine ſonſt ſo finſtern Zuͤge wurden ganz weich.
„Ich will ſogleich nachher,“ ſagte der Paſtor,„meine Magd hinſchicken; die armen Leute leiden an dem Nothduͤrf⸗ tigſten Mangel.“—
Johann ſprach einige Worte leiſe mit der Eliſabeth.
„Herr Paſtor,“ hob er dann an, und wurde uͤber's ganze Geſicht roth,„Herr Paſtor— ich wollte doch auch was mit thun; fuͤr die armen Kinder, Herr Paſtor,— wir haben ge⸗ rade noch ein ganzes Brod zu Hauſe,— wir haben ja Gott ſei Dank Kartoffeln.— Aber Sie muͤſſen ſo gut ſein, und Ihre Dienſtmagd zu mir mit hereinſchicken;— ich moͤchte nicht gerne daß der Brenz es erfuͤhre, daß das Brod von mir waͤre;— es moͤchte ihm nicht ſchmecken.“—
„Ihr ſeid eine ehrliche, treue Seele, Johann,“ rief der Paſtor mit naſſen Augen, und reichte dem Biedermanne die Hand; er dachte an der Wittwe Scherflein, von der der Herr Chriſtus ſagt, daß ſie mehr eingelegt, als alle Andere!——
VIII.
Eines Abends, es war ſchon dunkel,— war die ganze Pfarrfamilie zum traulichen Daͤmmerſtuͤndchen in der Unter⸗ ſtube des Pfarrhauſes verſammelt. Der Vater ſaß am Pia⸗ noforte und ſpielte bekannte heitere Liederweiſen, welche die Maͤdchen mit ihren friſchen Stimmen begleiteten, und ſelbſt die Mutter ſtimmte mit ein, und ſie waren alle ſo heiter und gluͤcklich in einander und durch einander, wie nur gute Men⸗ ſchen es ſein koͤnnen, die da einſehen gelernt haben, wie das hoͤchſte Gluͤck der Erde eben in dem Beiſammenſein mit Men⸗ ſchen liegt, die uns lieb haben und die wir lieben.
Da trat das Dienſtmaͤdchen haſtig ein, und meldete aͤngſt⸗ lich dem Paſtor:„der Gemeindevorſtand ſei draußen;— er


