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tig, daß der ſchwache Mann laut ſchluchzend Beſſerung ge⸗ lobte.—
Der Paſtor verließ jetzt das Sterbehaus, und empfahl noch dem frommen Joſt, von deſſen religioͤſer Gewiſſenhaftig— keit, warmer Menſchenliebe und wahrer Froͤmmigkeit er dieſe Nacht ſo augenſcheinliche Beweiſe erhalten hatte, die naͤchſte Sorge fuͤr die verlaſſenen Kinder zu uͤbernehmen.
Als unſer Paſtor jetzt ins Freie heraustrat, lag ihm die ſo eben verlebte Nacht ſchwer auf dem Herzen. Ein Sterbe⸗ bett hat ſo viel Ernſtes und Erhebendes gerade fuͤr den Geiſt⸗ lichen, ſo oft ihn auch ſein Beruf dahin fuͤhren mag, daß der Paſtor in tiefem Sinnen dahinſchritt.— Der Morgengeſang mehrerer Stimmen unterbrach ſeine Selbſtbetrachtungen; er ſtand an dem Hauſe ſtill, in welchem Johann wohnte, der, ſeit er bei dem Pfarrer Tageloͤhner geworden war, ſich immer mehr beruhigt, und die letzte Zeit auch des voͤllig blind ge⸗ wordenen Vaters Todtengraͤberamt uͤbernommen hatte. Eben hielt Johann mit ſeinem Vater, ſeiner Schweſter Eliſabeth und ihrem Kinde die Morgenandacht.
„Du mußt die Haͤndchen huͤbſch aufheben, Mariechen,“ ſagte Eliſabeth zu ihrem Kinde, als der Geſang geendet war.
„Mutter, warum denn?“ ſagte die Kleine, und blickte mit den noch immer bloͤden Augen nach der Mutter hin,—
Die Mutter kam in Verlegenheit; ſie wußte es nicht, und wollte doch die Fragen des Kindes nicht gern abweiſen.
„Sieh mal, Mariechen,“ ſagte der blinde Großvater,— „wenn Du die Haͤnde beiſammen haſt, dann kannſt Du da⸗ mit gar Nichts anders machen, da haſt Du auch Deine Ge⸗ danken huͤbſch beiſammen.— Der liebe Gott iſt ein ſo großer und guter Herr, daß man an gar nichts weiter denken darf, wenn man mit dem redet.“—
Eliſabeth hatte ſchon ihre Naͤtherei wieder herbeigeſucht, und Johann wollte eben auf bie Arbeit gehen, aber er blieb am Tiſche ſtehen, weil Eliſabeth das Kind vornahm und es fragte:„Kannſt Du denn noch das Vaterunſer? Bete es ein⸗ mal, daß es der Johann hört, der freut ſich daruͤber.“—
„Vater unſer, der du biſt im Himmel—“
„Gut, mein Mariechen,“ unterbrach ſie Eliſabeth, waͤh⸗ rend ſie eifrig naͤhte;„dabei denkſt Du an Deinen guten Pfle⸗ gevater Johann, und an den gar guten Großvater, und wie


