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Bette, in welchem die todte Mutter lag, ſtand das aͤrmliche Tiſchchen mit dem heiligen Taufwaſſer, und der wieder nuͤch⸗ tern gewordene Vater ſaß troſtlos neben der Leiche ſeiner Gattin, deren bleiches Antlitz ein daruͤbergelegtes Tuch nur halb verhuͤllte.
„Wir wollen das Tuch wegnehmen,“ ſagte der fromme Joſt wehmuͤthig, und zog die Huͤlle von der Todten bleichem Antlitz, als wenn die todte Mutter wohl noch mit Luſt und Andacht die Taufe ihres Schmerzenskindes ſehen ſollte.
Chriſtian fuhr erſchuͤttert zuruͤck; er verhuͤllte ſein Geſicht mit beiden Haͤnden, und weinte bitterlich.— Gott weiß, ob es Thraͤnen weltlicher Traurigkeit waren, oder jener goͤttlichen Traurigkeit, welche zur Seligkeit eine Reue wirket, die Nie⸗ mand gereuet!
Der Geiſtliche begann jetzt mit bewegter Stimme die hei⸗ lige Taufhandlung, um das Kindlein dem Heilande zum Le⸗ ben und Sterben zu weihen, und die Pathen ſprachen ihr „Ja“ mit bebendem Munde; aber doch wars ihnen eine Beruhigung, das arme Weſen nun in den großen Chriſten⸗ bund aufgenommen zu wiſſen. Stand es ja nun in Gemein⸗ ſchaft mit dem, der da ſagt: was ihr dem Geringſten die⸗ ſer meiner Bruͤder gethan habt, das habt ihr mir ge⸗ than, war es doch dadurch auch chriſtlicher Bruderliebe uͤber⸗ geben!— Und der Geiſtliche ſegnete das Kind ein, und ſprach auch uͤber die todte Mutter den Segen der Kirche, welche durch ihre Diener, die Geiſtlichen, den erſten Schrei, wie den letzten Seufzer mit den Troͤſtungen und Segnungen der Religion begleitet, welche den ins Leben Eintretenden mit Segenswor⸗ ten und heiligen Gruͤßen entgegenkommt, und dem Sterben⸗ den denſelben Segen mit ins dunkle Grab hinabgiebt!—
Die heilige Handlung war beendigt, und der Paſtor ſah ſich nach dem Vater des Kindes um. Siehe, der bejammerns⸗ werthe Mann war zuſammengeſunken auf die Leiche ſeiner Gattin, und weinte laut, jetzt erſt zum vollen Bewußtſein ſei⸗ nes großen Verluſtes gekommen.— Nuͤchtern geworden ſtarrte er mit troſtloſen, leeren Blicken auf die Leiche ſeiner Gattin, bald auf den Paſtor, der wohl einſah, daß jetzt oder nie ein bleibender Eindruck auf den Mann zu machen ſei. Und der Paſtor ſtrafte den leichtſinnigen Trunkenbold ſo ernſt, ſo kraͤf⸗


