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Der Landpfarrer : eine Schrift für das deutsche Volk / von Julius Kell
Entstehung
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was ein alter ſchwacher Mann ſagt— Meinem Chriſtian auch das noch nehmen?“ murmelte er vor ſich hin.„Er wirds noch brauchen— zu Brode!l Ich hab' ihm Alles andre gegeben, ich bin ein Bettler; aber meine Soͤhne ſollen gluͤck⸗ lich werden—“—

„Gluͤcklich?“ rief der Paſtor.„O, es iſt beſſer, ein We⸗ nig in der Furcht des Herrn, denn großer Schatz, darinnen Unruhe iſt.“—

„Meine Kinder, meine Kinder,“ jammerte der Alte,„ich habe ſie gluͤcklich machen wollen, und ſie haben mich ſo ſchlecht behandelt!“—

Der Pfarrer verſuchte vergebens, aus dem Alten etwas Weiteres herauszubekommen, es war unmoͤglich; er fragte nur noch Eins,„ob denn wirklich die Geiſter todter Menſchen umgingen—“ und ſchien etwas beruhigt, als der Paſtor das verneinte, ſchwieg aber kopfſchuͤttelnd auf alle weiteren Fra⸗ gen, ſo daß der Pfarrer nicht herausbringen konnte, was der Greis eigentlich gewollt. Dennoch konnte der Pfarrer ſich nicht entſchließen, die armen Leute in ihrer Noth allein zu laſſen. Er blieb alſo, und wollte den Morgen abwarten, und ſetzte ſich wieder zu der Kranken hin, welche ſeine Hand be⸗ gierig ergriff, als ſei er der einzige Freund in bittrer Noth, der ihr mehr gebracht als Gold und Silber.—

Aber ploͤtzlich ſchrie die Kranke laut auf,— wollte nach dem Kinde langen,— aber ſie ſank kraftlos und ſtumm auf das Lager zuruͤck,— ſie war todt.

Der Prediger ſaß tief erſchuͤttert an dem Sterbebette, und machte ſeine Hand, welche die Todte noch krampfhaft umfaßt hielt, aus ihrer kalten Hand los. Da ward das Unheimliche des ganzen ergreifenden Auftritts noch vermehrt, als jetzt das neugeborne Kind laut aufaͤchzte und heftige Kraͤmpfe ſeine bleichen Zuͤge verzerrten.—

„Es wird den Tag nicht erleben,“ ſagte die Hebamme, „wenn Sie es nur taufen wollten, Herr Paſtor!“—

Der Paſtor riß ſich aus den Gedanken und Vermuthun⸗ gen, welche ſeine Seele beſtuͤrmten, auf und war ſogleich be— reit, die heilige Handlung an dem Kinde zu vollziehen, und die Wehmutter, nebſt Joſt und ſeine Frau, traten als Tauf⸗ pathen herzu.—

Es war eine ernſte, traurige Taufhandlung. Neben dem