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dabei bemerkte, daß er ſie ſelber nicht ſo ſchoͤn ziehen koͤnnte. Johann nahm an alle dem keinen Theil; er hatte den Pfarrer begruͤßt, ſich aber ſtill ſogleich wieder an des Kindes Bett hingeſetzt und die heiße Hand des kleinen Maͤdchens ergriffen, das ſehr leidend im Bette lag.—
„Nun, mein lieber Johann,“ ſagte der Pfarrer jetzt ſich zu ihm wendend,„wie geht es Euch? Iſt das arme Kindchen wieder krank?“— 4
Johann ſeufzte.—„Es wird ſterben,“ ſagte er, ohne aufzuſehen!—
„Johann, Johann!“ bat der Pfarrer,„wie koͤnnt ihr ſogleich das Schlimmſte fuͤrchten.“
„Was ich lieb habe, das muß ſterben!“ verſetzte Johann tonlos.„Ach, Herr Paſtor, ich muß doch ein recht großer Suͤnder ſein! Meine leiblichen Kinder ſind alle geſtorben, meine Frau iſt todt,— das hat Alles ſeinen Grund,— der liebe Gott wirds ſchon wiſſen warum; ich muß doch wohl Schuld daran ſein,— die Kinder haben ja noch Nichts ver⸗ brochen.“— 3.
„Still Johann,“ ermahnte der Pfarrer,„woher habt ihr ſo gottloſe Rede?“— Und der theilnehmende Seelſorger troͤ⸗ ſtete ſo beredt den ſchwermuͤthigen Mann, ſprach ſo wahre und uͤberzeugende Worte, daß die truͤben Gruͤbeleien und ſelbſt⸗ peinigenden Gedanken vor dem Lichte der goͤttlichen Wahrheit gleich den Wolken vor dem Sonnenlichte ſchwanden.
„Ja, wenn ich Sie immer haben koͤnnte,“ ſeufzte Johann.
„Das iſt wahr, Herr Paſtor,“ ſagte Eliſabeth geruͤhrt, „Sie wiſſen allemal das rechte Fleckchen zu treffen im Herzen, und man muß Ihnen glauben, man mag wollen oder nicht. Der liebe Gott wirds Ihnen auch recht gut dafuͤr gehen laſſen, daß Sie ſich eines ſo ungluͤcklichen Mannes annehmen. Nicht wahr, das Kind wird leben?“
„Wie Gott will,“ ſagte der Paſtor mit glaubensvoller Stimme,„leben wir, ſo leben wir dem Herrn, ſterben wir, ſo ſterben wir dem Herrnz darum, wir leben oder ſterben, ſo ſind wir des Herrn.“—.
Mehrere Tage waren vergangen, ſeit der Pfarrer die armen Leute wieder verlaſſen hatte. Der Pfarrer hatte, von Amtsgeſchaͤften uͤberhauͤft, weder nach der Familie fragen koͤn⸗ nen, noch ſonſt etwas von ihr gehoͤrt, als eines Tages Johann


