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term Grolle gegen den Paſtor im Herzen, der ihn, den hoͤchſt ehrzeizigen Mann, vor der ganzen Gemeinde ſo blos geſtellt hatte. 1
Dem Pfarrer war der ganze Vorfall hoͤchſt unangenehm; er kraͤnkte ſich uͤber die Nichtachtung, die ſich gegen ihn geoffen⸗ bart hatte, nicht weniger aber wurmte es ihn, daß er ſich von leidenſchaftlicher Hitze hatte fortreißen laſſen, da derbe Wahr⸗ heiten zu ſagen, wo Schweigen und Handeln eine beſſere Ant⸗ wort geweſen waͤren. Er ſah es jetzt bei ruhigem Blute wohl
ein, wie ſolche oͤffentliche Zurechtweiſungen mehr erbittern als
uͤberzeugen, und nahm ſich feſt vor, bei betreffender Gelegenheit zu ſuchen, es auf irgend eine Weiſe wieder gut zu machen; denn es war ihm ſchrecklich, mit Einem ſeiner Gemeindeglieder in offener Feindſchaft zu leben.
Verſtimmt und mit ſich ſelbſt unzufrieden, war er am an⸗
dern Morgen auf's Feld hinaus gegangen, wo ihm der alte Georg begegnete. Natuͤrlich lenkte ſich das Geſpraͤch ſogleich
auf den geſtrigen Vorfall.
„Sie haͤtten nicht fortgehen ſollen, mein Herr Paſtor,“
ſagte Georg.„Mit den Woͤlfen muß man heulen.“
„Der Geiſtliche auf keinen Fall,“ verſetzte der Paſtor kopf⸗ ſchuͤttelnd.„Schon durch meine ſtille Gegenwart wuͤrde ich gleichſam meine Zuſtimmung zu derlei Gemeinheiten geben; wie
koͤnnte ich denn auf der Kanzel mit allen Ernſte wieder dage⸗ gen eifern? Der Geiſtliche kann nicht ein doppelter Menſch ſein,
ein Anderer in, ein Anderer außer der Kirche.“—
„Es iſt wahr, der Brenz nahm ſich kein Blatt vor's Maul“ fuhr Georg fort,—„es kamen derbe Ungezogenhei⸗
ten mit vor;— aber ich denke, man muß doch zuweilen ein Auge zudruͤcken.“—
„Nein, nein,“ rief der Pfarrer,„der Geiſtliche darf Ge⸗
meines gar nicht hoͤren und ſehen wollen, und aus Menſchen⸗ gefaͤlligkeit ſich und ſeinem Amte Nichts vergeben! Beſſer wars
freilich, wenn ich ſchweigend fortging.“
„Herr Paſtor“ unterbrach ihn Georg,„Nichts fuͤr ungut, aber Sie ziehen ſich zu ſehr zuͤruͤck. Warum ſchlugen Sie ge⸗ ſtern dem Gemeindevorſtand ab, ein Kartenſpielchen mitzuma⸗
chen? Das war der Anfang; denn das hatte er gewaltig krumm
L
genommen!“


