ja ſie geſtand dem Paſtor endlich unter heißen Thraͤnen und mit ſtockender Stimme ſelbſt ihren ſchrecklichen Entſchluß, ſich das Leben zu nehmen;— es war ja der Beichtvater, dem ſie ſich anvertraute! Es war ihr wirklich wohler nach dieſem reu⸗ muͤthigen Bekenntniß und des Paſtors evangeliſches Troſtwort fand Anklang in ihrer Seele, und als der Geiſtliche ſie verließ, hatte die Weinende ihm das heilige Verſprechen gegeben, durch Dulden und Arbeiten ſich der Liebe des himmliſchen, wie des irdiſchen Vaters, wieder werther zu machen.— 1
Wie lieblich ſind doch in ſolchen peinlichen Stunden ver⸗ dienter Selbſtvorwuͤrfe die Fuͤße der Boten, die den Frie⸗ den verkuͤnden! Welcher Segen liegt fuͤr ein niedergedruͤcktes Gemuͤth in den Worten eines treuen Seelſorgers, der, einge⸗ weiht in die Geheimniſſe Gottes, mit klarem Blicke die Be⸗
duͤrfniſſe der Seelen erſchaut und aus ſeinem Schatze Altes
und Neues hervorbringt, Erquickung und Troſt ſpendend!— 4
III.
Jahre waren vergangen, ſchwere Jahre fuͤr des Todten⸗ graͤbers Familie. Der alte Thomas hatte das Haus am Kirch⸗ hofe laͤngſt verlaſſen und war zu ſeinem Sohne Johann gezogen.
Zwar ſtand jenes Haus noch immer leer; ein merkwuͤrdiges
Geruͤcht, daß der Geiſt der alten Todtengraͤberin drin umgehe, hatte die erſten und alle folgenden Kauͤfer abgeſchreckt. Vor⸗ uͤbergehende wollten einige Naͤchte nach dem Tode der Frau Licht im Hauſe geſehen und Tritte gehoͤrt haben, und aberglauͤ⸗ biſchen Leuten ſchien Nichts natuͤrlicher, als daß der Geiſt der Todten ſich von dem Hauſe nicht trennen koͤnne, das er im Leben nicht hatte verlaſſen wollen. Niemand unterſuchte die Sache naͤher; Einer aber, der daruͤber die beſte Auskunft haͤtte geben koͤnnnen, der alte Thomas ſelbſt,— der als der vorgebliche Geiſt ſelbſt mehrere Male des Nachts in dem Hauſe geweſen war, — ſchwieg hartnaͤckig uͤber die ganze Sache;— vielleicht nicht ganz frei von ſtiller Schadenfreude, daß dem Brenz das Haus, aus dem er ihn vertrieben hatte, nun doch wenig helfe.—
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