ſchon, ihr Lieben,“ ſagte er wehmuͤthig;„wir kommen, wenn der Herr uns ruft zu Seiner Freude.“—.
Der Pfarrer ſchwieg, denn der Hausvater drinnen hatte ſchon die große Hausbibel aufgeſchlagen und las mit lauter an⸗ daͤchtiger Stimme das Gleichniß„vom verlorenen Sohne“ vor. Andaͤchtig hatte auch der Pfarrer zugehoͤrt, und eben wollte er aufſtehen, als ein leiſes Schluchzen hinter ihm noch einen unbemerkten Theilnehmer an der Abendandacht ahnen ließ.—
3 Es war Eliſabeth, die unbeobachtet, verdeckt vom Baume, Alles gehoͤrt hatte, was außen und drinnen geſprochen worden war. Schon der Paſtorsleute Zwiegeſpraͤch hatte ſie im Geiſte in ihr Vaterhaus verſetzt, wie es ja in Chriſtenfamilien ſo Vie⸗ les Gemeinſame giebt, das in Aller Seelen wiederklingt, und bei den verſchiedenſten Menſchen doch ſo aͤhnliche Empfindungen hervorruft. Aber vor allem liebliche Worte hatte ja Chriſtus zu dem verzweifelnden Maͤdchen geſprochen aus dem heiligen Bibelbuche:„Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen, und ſprechen: Vater ich habe geſuͤndigt im Himmel und vor Dir, und bin hinfort nicht mehr werth, daß ich Dein Kind heiße.“— Dieſe bekannten Wort ſtanden wie mit Flammenſchrift in des armen Maͤdchens Seele. Es waren ja die alten Bibelſpruͤche, uͤber welche der ehrwuͤrdige Schullehrer ehedem ſo ernſt und ſo warm zu ſeinen Kindern geſprochen hatte; und die evangeliſche Wahrheit, die in der alten, bekannten Form jetzt in entſcheidender Stunde vor des Maͤdchens zerrißne Seele trat, fand Eingang. Gedanken, wie ſie einſt der Lehrer an dieſem Gleichniſſe ſo oft dem Kind zum Bewußtſein gebracht hatte, die wie ſchlafend bis jetzt in der Seele gelegen hatten, ſtiegen im Gedaͤchtniſſe wieder auf, her⸗ vorgerufen durch ein altes bekanntes bibliſches Zauberwort, und machten ſich in ihrer alten Kraft geltend.„Ich will mich auf⸗ machen und zu meinem Vater gehen!“—
Der theilnehmende Paſtor hatte bald das Maͤdchen erkannt; (die Gattin war, ſeinen Wink ſchnell verſtehend und ihm fol⸗ gend, nach Hauſe geeilt), und er fragte und forſchte und erfuhr endlich Alles. Es that der Armen wohl, ſich Jemandem zu vertrauen; es war, als wenn die Unruhe abnaͤhme, und die Laſt ſich verringerte, je mehr ſie ihre Sorgenlaſt in eines theilneh⸗ menden Freundes und bewaͤhrten Chriſten Herz niederlegen konnte;


