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zen kam, ſo war es doch das Gefuͤhl des Lobes und Dankes gegen den Vater der Liebe, der am Morgen nicht blos das leib⸗ liche Leben neu gegeben, ſondern auch in gar Mancher Herzen, durch Seinen Diener, die Anfaͤnge jenes neuen Lebens ge⸗ weckt hatte, fuͤr welches man Gott in Ewigkeit dankt, und nie genug danken kann. Und dieſes Eine Dankesgefuͤhl ward belebt und gehoben in allen dieſen durch die kirchliche Gemeinſchaft, durch die Verbindung der Toͤne zu melodiereichem Geſange, und durch den ſie begleitenden und alle anderen Gedanken aus der Seele gleichſam hinaustreibenden Orgelton.
Gedankenlos ſang der alte Brenz das herzliche Loblied; ſein Gefuͤhl war durch langes Leben ohne Gott abgeſtumpft, und weder die Worte, noch die eindringliche Choralmelodie, mach⸗ ten einen Eindruck auf ſein Herz, um welches die Geldliebe eine dicke Rinde gelegt, in welchem das Alte die Oberhand gewon⸗ nen hatte. Das Singen, Kirchengehen, Beten, Abendmahls⸗ genuß war ja ſein einziger Gottesdienſt, durch welchen er ſich Gottes Segen zu erwerben dachte! Heute ſtoͤrte ihn nur ein wenig in ſeiner Selbſtgenuͤgſamkeit ſein Sohn Chriſtian, der bleich und verſtoͤrt in dem Kirchenſtuhle neben ihm ſaß. Den jungen Mann hatte des Predigers Wort tief erſchuͤttert; er fuͤhlte ſich getroffen von der ſtrengen Wahrheit des goͤttlichen Wortes. Siehe das Alte iſt vergangen, es iſt Alles neu gewor⸗ den! ſo klang es immer wieder in ſeinem Herzen, und ſtill wie⸗ derholte er ſich immer wieder des Beichtigers Wort:„Euch, die Ihr den guten, ernſtlichen Vorſatz habt, Euer ſuͤndliches Leben forthin zu beſſern!“
„War er nicht mit dem Vorſatze, forthin zu ſuͤndigen, an den Altar getreten? O, er fuͤhlte es deutlich in ſeinem Innern, ihm war nicht vergeben, die Abſolution fuͤr ihn nicht geſpro⸗ chen! Es draͤngte ihn faſt, hin zu gehen, und dem Geiſtlichen, der ja ein ſo guter, theilnehmender, in Gottes Wort erfahrner Mann war, ſeinen Seelenzuſtand zu eroͤffnen, ſeine Schuld ihm zu beichten. Er fuͤhlte, daß er ganz beſonderen Rathes, Tro⸗ ſtes, beſonderer Ermunterung beduͤrfe;— aber die Privatbeichte war ſeit laͤngerer Zeit in der Gemeinde abgeſchafft, und er ſchaͤmte ſich, ſo Ungewoͤhnliches zu thun. Der Geiſtliche hatte zwar oft ausgeſprochen, wie gern er bereit ſei, Alle, die ein be⸗ ſonderes Anliegen auf dem Herzen haͤtten, beſonders anzuhoͤ⸗ ren, und ſogar fuͤr dieſe Privatbeichte beſondere Stunden be⸗


