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wie wenig der Vater verſtand, was zum Gluͤcke gehoͤrte, aber er zauderte,— er ſchwieg, und der gute Engel wich von ihm. Die Ueberredungskuͤnſte des Vaters, der Vater ſelbſt, war der boͤſe Geiſt, der ihn vom Pfade des Rechts und der Pflicht ab⸗ lockte.
Das Geſpraͤch war ſchon ſo weit gediehen, daß der Sohn den Vater verſprochen hatte, die Verbindung mit der Eliſabeth von Stund' an abzubrechen, und noch heute Nachmittag die Verlobung mit der reichen Gaſtwirthstochter beim Pfarrer anzuzeigen, als das zweite Lauten ſie unterbrach, und Beide nun forteilten, um nicht zu ſpaͤt zur Beichte zu kommen.
Es war ein herrlicher Juniusmorgen, als die beiden Maͤn⸗ ner hinausſchritten; aber keiner von Beiden beachtete das in der Morgenſonne wie Diamanten blitzende, bethauete Gras, nicht die friſchen Wieſen voll Blumen und die gruͤnen Bauͤme, nicht den Geſang der Voͤgel, nicht die Kirche, deren Thurm im Hin⸗ tergrunde uͤber dem weißen Dufte, der das Thal bedeckte, aus den gruͤnen Bauͤmen hexvorragte!
Noch lauteten die Glocken! Ernſt, erſchuͤtternd klang ihr Ton durch die Seele, als ſollte der innere Menſch mit den in der blauen Luft verklingenden Toͤnen in die unendlichen Rauͤme, in den blauen Himmel, naͤher zu dem allgegenwaͤrtigen Gotte, hingezogen werden. Aber wo die Andacht fehlt, da koͤnnen auch ſolche Toͤne kein goͤttliches Leben wecken. Der alte Brenz, ganz verſunken in ſeine eigennuͤtzigen Gedanken, dachte beim Lauten nur an den, der die Glocken zog, den alten Thomas, und bemerkte nur verdrießlich:„Es iſt mir doch recht unlieb, daß ich den Thomas aus dem Hauſe vertrieben habe; nun wird er gewaltige Geldforderungen machen wegen des Maͤdchens.— Du brauchſt Dir uͤbrigens kein Gewiſſen daraus zu machen,“ ſagte er, zu ſeinem Sohne gewendet,—„die Eliſabeth iſt ja meine Schweſtertochter, alſo zu nahe verwandt mit unsz dieſe Heirathen ſind ja verboten.“— Es war des Gewiſſens Stimme, dieſe Alte durch vorgebliche Gewiſſenhaftigkeit zu uͤbertauͤben uchte!—.
Wie war doch um ſie herum Alles ſo gruͤn und friſch; wie bluͤhten und dufteten um ſie her in Fruͤhlingsſchoͤne Bauͤme, Fluren, Gaͤrten und Felder! das Alte, der Winter, war vergan⸗ gen und die Erde wieder geboren zu einem neuen Leben; aber in den Herzen der beiden Maͤnner, die durch die neu belebte


