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andere Handthierung im Hauſe und Geſchaͤfte zu entweihen? Sollen nur buͤrgerliche Geſetze dem vielgeplagten Dienſtboten, wie dem Geſellen und Lehrling,— ja ſelbſt dem Thiere, das das Brod verdienen hilft, Einen— nur Einen Ruhetag in der Woche ungeſchmaͤlert erhalken koͤnnen?— Nein, nein, die Heilighaltung des Sabbaths ſollte, ganz abgeſehen von buͤrger⸗ lichen Geſetzen und Sonntagsmandaten, eine Ehrenſache eines chriſtlichen Volkes ſein;— freiwillig ſollte es den Feiertag hei⸗ ligen, denn es iſt ein Tag des Herrn,— ein Tag der Anbe⸗ tung, der Betrachtung fuͤr Alle, der Ruhe und der Erquickung fuͤr Alle, die ohne des Sonntags wohlthaͤtigen Zwang arbeiten muͤßten.
Dieſelben Glocken hatten den Sonntagsmorgengruß der ganzen Gemeinde zugerufen, und uͤberall bereitete man ſich in⸗ nerlich und auͤßerlich zum Kirchgange.
Auch in dem Bauernhofe des alten Brenz war ſchon lange Alles lebendig. Der Alte und ſein Sohn Chriſtian wollten heute communiciren. Schien es doch, als wenn der Alte meinte, die geſtrigen Suͤnden auf dieſe Weiſe am bequemſten und ſchnell⸗ ſten wieder los werden zu koͤnnen! Mit aͤngſtlichem Eifer hatte er dem lieben Gott ein langes Morgengebet vorgebetet, obſchon ſein Seele nicht dabei war, und ſich fuͤr heute ſtreng allen leib⸗ lichen Genuß verſagt. Aber die leibliche Uebung und der auͤßere Gottesdienſt iſt wenig nuͤtze, wenn ſie nicht das wirken, was ſie wirken ſollen, naͤmlich die Gottſeligkeit, die zu allen Dingen nuͤtze iſt und die Verheißung dieſes und des zukuͤnftigen Le⸗ bens hat!—
Der alte Brenz und ſein Sohn Chriſtian waren nach der Morgenandacht allein in der Stube zuruͤckgeblieben.
„Ich habe fuͤr Dich eine Frau ausgeſucht, Chriſtian,“ ſagte jetzt der Alte, und verſuchte heiter zu ſein,„eine reiche Frau, Chriſtian!“
Chriſtian wurde bleich und ſchwieg betroffen.
„Chriſtian,“ ſagte der Alte,„Tag und Nacht denke ich daran, wie ich euch gluͤcklich machen kann. Dein Bruder Au⸗ guſt hat ſein Gluͤck gemacht, ſeine Frau bekommt einmal ein ſchoͤnes Gut! Nun kommſt Du daran! Du nimmſt des reichen Gaſtwirths Daniel Tochter. Sie hat Geld; Geld regiert die Welt; und zur Einrichtung kriegſt Du von mir das Kaufgeld von Thomaſens Hauſe.“— 1


